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Call it magic

Der Tag begann, wie schon unlängst geschrieben, bereits ausgesprochen magisch, als des Schreiberlings Nase sanft von den kitzelnden Strahlen des Mondes umwogt wurde, was diesen zum Aufwachen bewegte – da es noch früh genug war und ein Blogeintrag geschrieben werden wollte, befähigte dieser allerdings erstmal seinen Laptop und weckte seine Freunde erst wie abgemacht um 9:30. Im folgenden wurde rumgefrühstückt was das Zeug hielt – wir wollten ja fit für unsere lange Reise sein. Voll Begeisterung stellten wir fest, dass die Geschirrspülmaschine wie von Zauberhand den Dreck von unseren Tellern entfernt hatte, weswegen einem ausführlichen Brot und Müsligenuss nichts mehr im Wege stand.

Kleiner Blick aus unserem Fenster
Kleiner Blick aus unserem Fenster

Relativ bald machten wir uns dann aber auf den Weg – es war schon ziemlich hell und um 14.00 Uhr ist es schon wieder dunkel – also auf geht es. Zuerst fuhren wir erneut durch unseren Lieblingstunnel, den wir mittlerweile schon gut kennen und dann auf in die weite und offene Prärie. Da die Fahrt als solche zwar unfassbar schön aber schwer in Worte zu fassen ist, versuche ich das gar nicht erst, sondern bombardiere euch mit Bildern und Einzelepisoden der Strecke.

Symbolbild für unsere Autofahrt - etwas unscharf aber eine gute Situationswiedergabe
Symbolbild für unsere Autofahrt – etwas unscharf aber eine gute Situationswiedergabe

Unser erste Halt war ein Fährenanlegestelle mit großem Parkplatz, auf dem wir den „Sonnenaufgang“ genossen, der währenddessen zu einem Sonnenuntergang wurde – die Uhr überschritt die 12-Uhr-Marke. Weiterhin waren Markus und Nils immer noch so unfassbar begeistert von Schnee, dass sie ihn ins Wasser warfen, während Jonas sich auf Bilder machen beschränkte.

Später mussten wir recht unvermittelt bremsen – der Grund dafür war aber ein schöner, nämlich ein Rentierpärchen, die unseren Weg kreuzten. Die nächsten hundert Meter fuhren wir in Schrittgeschwindigkeit weiter und versuchten Fotos zu machen.

RENTIERE!!!
RENTIERE!!!
RENTIER!!!
RENTIER!!!

Kurz darauf trennte sich unser Weg vom Wasser und führte uns ins raue und unwirtliche Landesinnere. Dort, wo Berge aus Fels und Eis alles umdeckten und man irgendwie das Gefühl hatte auf einem anderen Planeten zu sein. Es gab eine Parkbucht und einen Berg, der so treppenförmig gebaut war, dass er förmlich schrie: „Erklimmt mich!“ Das liesen wir uns nicht zweimal sagen und fingen an, den Berg hinaufzuklettern, sonderlich schwer war es zum Glück nicht, aber irrsinnig kalt und unfassbar windig (Ich muss das schreiben: Immer wenn ich „kalt“ schreibe meine ich: „Jonas FAND, dass es kalt war“). Dennoch war es sehr sehr schön, dort oben zu stehen und in beide Richtungen das Meer sehen zu können – einmal in Nachtstimmung, einmal in wundervoller Sonnenuntergangsbeleuchtung.

Dann gings weiter bis Sommarøy wo wir um 13:30 dann gemütlich zu Mittag speißten – es war ein etwas seltsames Gefühl, da es sich eher mehr so anfühlte als wäre es ein Abendessen, zumindest von der Lichtstimmung, aber irgendwie auch ein Mittagessen, da es ja Mittagszeit war. Ganz in unserer Nähe sahen wir eine Gruppe Menschen um ein Lagerfeuer,  Jonas fand das irgendwie romantisch, war aber auch froh, im Auto zu sitzen. Da es davon keine Fotos gibt, füge ich hier einige Landschaftsimpressionen ein!

Der weitere Weg war der Rückweg, da es schon komplett dunkel war, gibt es wenig zu erzählen, außer womöglich den Skifahrern mitten in der tiefsten Pampa und unglaublich imposante gefrorene Wasserfälle exakt neben der Straße, die dazu einluden, riesige Eiszapfen abzubrechen – die Fotos vermögen das nur so halb gut wiederzugeben.

Ice Ice Baby
Ice Ice Baby
Conquerers of paradise
Conquerers of paradise

Und nu? Nun sitzen wir in einem Kino in Tromsø und befinden uns im Free-WLAN der Bibliothek neben um endlich eine gewisse Menge an Zeug herausfinden zu können, die ja durchaus wichtig sind. Also überwiegend Markus und Nils, Jonas ist gut beschäftigt darin, möglichst viele Informationen unter die deutsche Bevölkerung zu mischen, weswegen er schreibt und tippt und Fotos beschriftet und und und… Heute Abend soll es bewölkt sein, weswegen noch unklar ist, ob wir uns wieder auf Polarlichtjagd begeben oder den Abend sehr entspannt angehen lassen – ihr werdet es erfahren, wenn das nächste Mal unendliche Massen an Blogeinträgen auf euch niederbrechen 😉

Liebe Grüße aus Tromsø und eigentlich finde ich es auch ganz cool, mal etwas weniger Internet zu  haben. Ihr hört von uns!

It’s a light!

Der 28.12 war ein voller Tag, so voll, dass einfach wirklich keine Zeit blieb, noch einen Blogeintrag zu schreiben. Deswegen sitzt Jonas nun hier, nach angenehmen 7,5 Stunden Schlaf zart von den kitzelnden Mondstrahlen des Morgens geküsst und sanft geweckt und versucht zu rekapitulieren, was gestern alles passiert ist und lasst euch gesagt sein – Es war viel!

Der Tag begann mit dem inneren Wecker von Jonas, der ihn um ca. 8 Uhr weckte – einer Uhrzeit, zu der er es noch unangebracht fand, die anderen aus dem Schlaf zu reißen, weswegen er versuchte, eine WLAN-Verbindung herzustellen, leider gelang das nicht – es steht also weiterhin wirklich völlig in den Sternen, wann ihr das lest. Aber wir versuchen, heute zumindest mal irgendeine Form von Internet zu bekommen, da wir ohne Google völlig und vollkommen aufgeschmissen sind, was natürlich irgendwie traurig ist, aber dazu später mehr.

Um ca. 9 weckte Jonas mit zarter Stimme die beiden Langschläfer und fragte säuselnd, ob sie denn Spiegelei und Tee wollten. Sie bejahten, Jonas bereitete das ganze vor, während die beiden aufstanden und sich anzogen und versuchten, aus der Dusche zuerst heißes und dann kaltes Wasser heraus zu locken. Obgleich das Frühstück nicht völlig perfekt war (An manchen Stellen zu hart, an anderen zu weich und einige Dotter verliefen) überwog die allgemeine Zufriedenheit und wir freuten uns, nach Tromsö aufzubrechen. Da es um 10 Uhr sowieso schon quasi taghell war, was uns sehr überraschte, brachen wir auf – die leicht irrationale Angst im Hinterkopf die Sonne könne ja in 2 oder 3 Stunden schon wieder weg sein…

Da wir ohne Internet keine wirkliche Idee hatten, wo wir am besten hinfahren sollten, machten wir einen großen Schlenker über die Insel und fuhren ein weites Stück die Küste entlang, wo wir auch einen Halt machten und frische Seeluft einatmeten, während Jonas merkte, dass seine Kleidungswahl der Kälte nicht völlig perfekt angebracht war, aber wer rechnet schon mit Winter und Kälte, sowas bin ich nicht mehr gewöhnt!

Wir wollen Meer!
Wir wollen Meer!

Das nächste Problem war die sehr unbefriedigende Parkplatzsituation in dem beschaulichen Städtchen (das übrigens enorme Ausmaße hat, dafür, dass es nur halb so voll ist wie Regensburg), die uns dazu zwang, zuerst eine gewisse Zeit das Sightseeing auf eine Art Safari zu veranstalten, bis wir auf dem Festland beim Scheinriesen eine Nebenstraße mit einer Schneewehe fanden, dir wir als Parkplatz deklarierten. Das finde ich immer noch spannend – das leichte Bangen, ob man aus diesem „Parkplatz“ auch wieder so gut rauskommt wie man reinkam…

wunderschönes Panorama einer wunderschönen Stadt in wunderschönem Licht
wunderschönes Panorama einer wunderschönen Stadt in wunderschönem Licht

Scheinriese fragt ihr euch nun? Nur Jonas’ Meinung, der der Ansicht war, dass die Eismeerkathedrale von weiter weg viel größer aussieht als auf den Fotos aber dafür verhältnismäßig klein, wenn man direkt davor steht, was ihn an besagten Scheinriesen aus Jim Knopf erinnerte. Wir gingen über die große Brücke wieder auf die Insel ,Tromsøya heißt sie übrigens. Wir sind uns mittlerweile ziemlich sicher, dass „øya“ „Insel“ oder so bedeutet, können das aber leider ohne Internet nicht verifizieren. Nils hat unsere Norwegisch-Fortschritte gut auf den Punkt gebracht: „Wir wissen, dass ‚ut‘ ‚außen‘ heißt! Aber wir wissen immer noch nicht, was ‚vann‘ oder ‚tschüss’ bedeutet“

Die nördlichste Holzkathedrahle der Welt!
Die nördlichste Holzkathedrahle der Welt!
Ein Fake-Lego (Dänemark) aus Deutschland verkauft in Norwegen
Ein Fake-Lego (Dänemark) aus Deutschland verkauft in Norwegen

Was zu Tromsø noch zu sagen ist: Nördlichste Holzkathedrale der Welt (die aber zu hatte, wie alle Kirchen, da Norwegen diese „offene Kirchen“-Prinzip scheinbar nicht kennt), schönes Kino, in dem wir villeicht bei Zeit und angebrachten Preis nochmal Star Wars ansehen, da ja alles auf Englisch ist, allgemein völlig unangebrachte Preise für Essen und Trinken und Cafés, allerdings scheinen Cafés auch die einzige Möglichkeit zu sein, an Internet zu kommen, da Norweger das Konzept von  deutschen Internetcafés leider nicht zu kennen scheinen, alle Touristen sind Japaner oder Deutsche, es gibt eine Kunstgalerie, die wir besuchten, den „Best Souvenirshop of the City“, es gibt einen Musikladen, den Jonas einmal für wenige Sekunden von außen bewundern durfte, auf dem Rückweg wurden ihm die Auggen zugehalten, der Winterdienst geht an die Straßen nicht mit einer „Alles-Weg!“-Einstellung dran, sondern eher mit einer „Solang-man-fahren-kann!“-Einstellung und man merkt, wer ein fauler Räumer ist und wer sehr gewissenhaft arbeitet – Je nachdem ist der Bürgersteig völlig frei oder aber von einer 50cm hohen Eisschicht bedeckt, die da wohl gefühlt nie nie mehr weggeht. Und: Es ist hell, es ist heller als gedacht und es fühlt sich nicht an, wie Nacht. Klar, man sieht die Sonne nicht, aber ansonsten ist es wunderbar hell und vor allem ist die Luft unfassbar klar – man sieht unendlich weit und unendlich scharf – man merkte doch die geringere Lichtverschmutzung.

Abendstimmung! Oder war das noch Morgenstimmung? Egal, sieht schön aus!
Abendstimmung! Oder war das noch Morgenstimmung? Egal, sieht schön aus!
Abendstimmung über Tromsø
Abendstimmung über Tromsø

Tromsø also in einem Satz erzählt – so schnell ging auch irgendwie vorbei, als es um 14 Uhr anfing, dunkel zu werden begaben wir uns wieder Richtung Auto. Jonas und Nils drehten völlig auf, was geschmacklose und schlechte Wortwitze angeht, wir Markus sagte: „Ihr beide habt in 100 Sprüchen einenden ich gut finde. 50 sind akzeptabel. Und bei den anderen will ich einfach nur jetzt und hier in den Fjord springen und dem endlich ein Ende bereiten!“ Jonas’ Reaktion: „Schaut, der Himmel ist knallrot! Also knallrot, wenn du das mit pastellfarben malen würdest. Und nur gelb hättest. Und wenig Orange.“ Nils: „Die Sonne geht in einem Pastell unter – es ist Joghurt vergossen worden!“ – wir beschlossen, dass das einer der guten war!

Im Hintergrund der Scheinriese zu erkennen - auf Fotos kleier als in der Realität
Im Hintergrund der Scheinriese zu erkennen – auf Fotos kleier als in der Realität
Ähm... Die Perspektive ist Kunst, die darf das! Außerdem hat Nils mir gesagt, ich soll das machen!
Ähm… Die Perspektive ist Kunst, die darf das! Außerdem hat Nils mir gesagt, ich soll das machen!

Also ging es nach Hause, wir wir Tee tranken – Markus und Nils einen neuen, Jonas arbeitete noch an seinem Projekt, was er sich zum Frühstück gemacht hatte. Dann wurde Markus gebeten, mal unsere Vermieterin anzurufen, um vielleicht noch Dinge mit dem WLAN herausfinden zu können. Also man kann sagen, dass alles Infos, die wichtig waren, gesagt wurden und Markus im Gegensatz zu Jonas jemand ist, der sie sehr aufs wesentliche reduziert und alles andere bleibt unser kleines Geheimnis. Nur so viel: Nils ist nun unser Grußformelmeister.

Mit dem Internet alles beim alten, da wir aber für ein paar Punkte tatsächlich Internet bräuchten (Wetterbericht, Onlineeintrittskarten, Reiserouten, etc.), rief Jonas zuhause an, um an die Adresse eines Internetcafés zu kommen. Irgendwie ist es traurig, dass wir Internet bräuchten, um ein Internetcafé zu finden, aber es sagt ja viel über unsere Gesellschaft aus, nicht?

Wir schrieben einen Einkaufszettel, was sich recht lang zog, da es hieß, dass wir auch entscheiden, was wir unseren Urlaub über Kochen – ab Ende hatten wir solch nette Zutaten wie „Asiatisch“, „Tee, Tee, Tee, Tee!!“, „Eine nicht zu vernachlässigende Menge an Parmesan“ und „Køtbullarsoße“ – aber so lange wir wissen, was wir uns darunter vorstellen ist ja alles gut. Auf zum Supermarkt, ungefähr Realgröße, eine Ordnung, die kein Mensch versteht und eine supermarkteigene Marke, die teuerer ist als alles, was man ja auch eher selten hat. Da wir darauf achteten, immer das billigste zu nehmen, zog sich die ganze Nummer eine gewisse Zeit hin, der Einkaufswagen fühlte sich und wir bekamen Panik vor dem Endpreis. Dazu kamen Sprachprobleme, denn wer weißt schon (ohne Internet!) was „Mehl“ oder „Sahne“ auf Norwegisch heißt? Am Ende bekamen wir aber alles und zahlten gute 70 Euro, was ja für 7 Tage Essen für 3 Leute durchaus ok, wenn auch teuerer als in Deutschland ist. Was ich noch monieren muss ist, dass jegliche Form von Gemüse, v.a. Paprika EINZELN in Plastik verpackt waren, was ja nun echt nicht sein muss – man merkt den reichen Ölstaat, der es raushängen lässt.

Also Kochen! Es gab Nudeln mit einer Tomaten-Hackfleischsoße (In Ermangelung eines Rezeptes für Bolognese aufgrund von fehlendem Internet wollten wir es davor nicht so nennen um keine falsche Erwartungshaltung zu schüren) – Nudeln machte Markus, die Soße anfangs Jonas, bis sie etwas zu flüssig wurde. Denn Markus hatte den Vorschlag, Mehl hineinzugeben, um sie etwas zu verdicken, woraufhin Jonas das Mehl aufriss – und vor vollen Körnern stand. Erklärt, wieso das so viel billiger als alle anderen war. Da bekommt „Vollkornmehl“ (Helhvete = witzigerweise könnte man es auch mit Höllenmehl übersetzen) eine völlig neue Bedeutung – Jonas suchte nach einer Art Mühle und fand sie probt in der Küche – eine elektronische Kaffeemühle! Völlig begeistert von seiner Idee machte er sich ans Werk, weswegen Markus nun die Obhut über die Soße übernahm, Jonas musste Mehl malen und fragte sich, wie Menschen das wohl machten, als sie noch keine vollelektrischen Kaffeemühlen hatten…

Das Essen war gut und man könnte die Soße definitiv Bolognese nennen – vor allem Jonas fühlte sich sehr an das Essen zuhause erinnert.

Nach dem Essen kurze Planungen zum nächsten Tag und längere Planungen zum weiteren Verbleib des hiesigen Tages. Wir beschlossen, nach Skulsfjord zu fahren, da auf Strecke laut Karte ein guter Aussichtspunkt for Polarlichter sein sollte. Also fuhren wir ins weiße, mit der Hoffnung, auch bald ins Grüne zu fahren. Dabei genossen wir erneut das Tromsoer Tunnelsystem und die schöne Landschaft, die nachts durch den Mond und den Schnee weiterhin taghell erleuchtet war – also alle die sagten, dass es hier im Winter dunkel ist: Lügen!! LÜÜÜGEEN!!

Von wegen die Nacht ist dunkel...
Von wegen die Nacht ist dunkel…

Einen wirklich guten Punkt fanden wir aber nicht, weswegen wir letztendlich ins Skulsfjord landeten und dort einfach mal die Nebenstraßen abklapperten. Wir fanden einen Parkplatz, von dem aus wir zuerst zu Fuß noch ein wenig den Berg hinaufstiegen – will heißen wir versuchten es, denn Nils bekam eine SMS von Lara und musste erst noch antworten, während er den armen Jonas frierend durch den Schnee hüpfen lies, bis er ihn nach oben schob – das funktionierte verhältnismäßig gut. Oben fanden wir eine kleine Schutzhütte und eine wunderschöne Aussicht auf den Fjord und die Berge und beschlossen, das Auto dorthin zu fahren und zu parken.

...Der Mond leuchtet gefühlt heller als die Sonne und die Luft ist unfassbar klar!
…Der Mond leuchtet gefühlt heller als die Sonne und die Luft ist unfassbar klar!

Wir genossen eine Zeitlang schweigend und fotografierend das Sternenlicht und begaben und dann ins Auto um DSA zu spielen und damit die Zeit herumzubekommen – Jonas durfte zum ersten meistern und tat das Bestes, das Abenteuer zu einem halbwegs großen Erfolg verkommen zu lassen – die beiden Chars von Markus und Nils machten das gar nicht mal so einfach, aber es war recht lustig – so verging die Zeit. Um ca. 23.00 Uhr hörten wir Nils rufen: „Leute, wir haben Nordlicht!“ – alles stehen und liegen lassend stürmten wir aus dem Auto und sahen:

Fast nichts. Also schon verschiedene Wolken und manche davon waren etwas grünlicher als die anderen und bewegten sich vor allem wolkenuntypisch, weswegen  wir zu der Vermutung kamen, dass es sich dabei wohl um das Polarlicht handeln musste. Jonas machte ein Foto – Jap, Polarlicht! Definitiv! Sehr grün und sehr schön!  Doch zu dem Zeitpunkt wurde es schon stärker und war nun auch mit dem bloßen Auge gut zu erahnen. Wir standen eine gute Stunde da und beobachteten das faszinierende Treiben und machten viele Fotos – einen Zeitraffer davon, wie das ganze so gar nicht aussah bekommt ihr hier unten:

Im Folgenden fuhren wir nach Hause – wir wollten ja noch schlafen und am nächsten Tag auch noch das Tageslicht mitbekommen. Die Rückfahrt war entspannt und wir fielen recht schnell ins Bett, begeistert von den Polarlichtern und voller Freude auf den nächsten Tag.

Anhang:  (schlechte)Wortspiele zum Thema Licht

(gesungen):

„There once was a light named Harry…“

„There’s a light (over at the Frankenstein Place)“

„IT’S A LIGHT!“ (Admiral Ackbar)

Doktor im Krankenhaus: „Congrats, it’s a light!“

Winter is coming

Heute war wieder primär ein Reisetag.

Oh, falscher Blog. Ähm…

Heute IST primär ein Reisetag. Der erste unserer Reise – 3 weitere werden folgen, was ja gar keine schlechte Leistung bei 8 Urlaubstagen gesamt ist. Gerade sitzen wir am Flughafen in Oslo, haben Zeit und ich beginne mal, den bisherigen Tag zu rekapitulieren, während Nils und Markus darüber reden, wie man die Duty Free Läden unsachgemäß dazu benutzt, die Sicherheitskontrolle ad absurdum zu führen.

Heute früh ging es also für manche um ca. 8 los, für andere um 8:20 und für die allerletzten dann um 8:35, wobei manche eher mit dem Frühstück fertig waren und andere sich dafür dann umso mehr Zeit im Auto gelassen haben. Die Fahrt war sehr entspannt und schön – ich mag die Strecke nach München, wenn der Raufreif alles zum Glitzern bringt. Trotzdem hatten wir ein ganz komisches Gefühl des Sommers, weil es ja für einen 27. Dezember doch tendenziell wärmer war, als es sein müsste. An der Stelle auch nochmal danke an Markus Vater für den unkomplizierten Bringdienst – das war sicherlich entspannter, als mit dem Zug zu fahren.

obligatorisches Gruppenfoto am Flughafen...
obligatorisches Gruppenfoto am Flughafen…
...und schon beginnt Jonas, viel zu zutraulich zu werden!
…und schon beginnt Jonas, viel zu zutraulich zu werden!

Am Flughafen dann die erste Zitterpartie – wie schwer sind nun unsere Koffer? Vor allem Jonas war sich da ja nicht ganz so sicher, da er hart an der Grenze gepackt hatte. Letztlich waren die Ergebnisse aber sehr befriedigend: 19, 20 und 22 Kilo, da netterweise nach dem Komma abgeschnitten wurde. Gepäck ist aufgegeben, Jonas organisiert sein Handgepäck noch um, damit er bessere Kameramöglichkeiten hat und nach einem kurzen Umweg durch den Deutsche Museum Shop (Ja, Nils, WIRKLICH!) geht’s schon ab durch den Sicherheitscheck!

Dass Markus mal wieder als einziger auf Sprengstoff kontrolliert wurde, während Jonas einen netten Plausch über Kameras und deren Möglichkeiten und Preise hielt (Ich mag Hobbyfotografen, die als Security arbeiten!) war ja vorherzusehen – dieser Mensch schreit ja 10 Kilometer gegen den Wind: ACHTUNG, ICH BIN CHEMIKER! – Zumindest fanden Nils und ich das, während Markus spezifizierte, dass er ja vieles sei, aber kein Chemiker.

Das ist neu: Gruppenselfie am Gate ;)
Das ist neu: Gruppenselfie am Gate ;)

Am Gate hatten wir dann noch eine gute Stunde, die Jonas dazu nutzte, den beiden anderen lustige Dinge aus dem Internet vorzulesen, zu schniefen, sich zu schnäuzen und sich ständig über seinen Gesundheitszustand aufzuregen, so ging die Stunde schnell rum, wir liessen uns beim Boarding Zeit, weil wir ja eh in der letzten Reihe saßen (Das war Jonas’ Idee, weil man da hoffentlich am wenigsten Flügel im Bild hat.

Und die letzte Sonne, die wir für die nächsten Tage gesehen haben werden
Und die letzte Sonne, die wir für die nächsten Tage gesehen haben werden

Der Flug als solcher war ok – ich möchte nur anmerken, dass ich es frech finde, ausschließlich Tee und Kaffee kostenlos anzubieten und für jeden Saft und sogar Wasser viel Geld zu verlangen. Nils kaufte ein Wasser für geschlagene 3 Euro – Jonas war das zu teuer und er quälte sich den Schwarztee runter (er mag keinen Schwarztee! Echt! So gar nicht! Aber er wollte auf Teufel komm raus auch keine Milch hinein tun! Selber Schuld!)

Die Sonne im Rücken, da es ja nach Norden ging, hatten wir über Bayern noch eine gute Aussicht, danach wurde es weiß und sehr langweilig, weswegen wir uns teilweise auf unsere DSA-Eskapaden (das ist übrigens derzeit offiziell eines meiner Lieblingsworte) vorbereiteten und Jonas Sachen festgestellte, die eh recht klar waren, wie Beispielsweise, dass Wolken nicht aus Watte bestehen (was schade ist), dass wir für 8 Tage keine direkte Sonne mehr sehen und dass wir nach Norden fliegen. So ging der Flug schnell rum. In der folgenden Galerie findet ihr ein paar Impressionen davon – viel Spaß damit!

wichtige DSA-Besprechung im Flieger
wichtige DSA-Besprechung im Flieger

Die Landung muss man definitiv hervorheben. Wir kommen aus der Wolkendecke nach unten uns sehen Norwegen. Und es ist WEISS! Das war und ist immer noch sehr seltsam, weil wir alle ein wenig das Gefühl haben aus dem Sommer in den Winter gereist zu sein. Auf nur 2 Stunden. Es liegt zwar nicht so viel Schnee, aber allein vom Feeling ist es hier dunkler, alles etwas bläulicher und eben v.a. weiß und voller Pulverschnee. Wir freuen uns sehr auf Tromsö – auf dass es da noch winterlicher ist!

Ankunft in Oslo. Wenig Schnee. Aber SCHNEEE!!
Ankunft in Oslo. Wenig Schnee. Aber SCHNEEE!!

Nun sitzen wir wie gesagt am sehr schönen Flughafen von Oslo – in 40 Minuten beginnt unser nächstes Boarding und heute Abend schreibe ich weiter und berichte, was uns 3 stolzen Recken alles widerfahren wird…

…man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, den Fehler mach ich jedesmal und das passiert sonst was für ein Scheiß! Unsere Ausgangssituation war eine sehr einfache: Wir kommen in Oslo an, fragen nochmal sicherheitshalber nach, ob wir unser Gepäck neu einchecken müssen, oder ob das durch geht. Klare Antwort: ES GEHT DURCH!

Und da hörte das ganze mit der Einfachheit dann halt auch auf. Wir gehen rechtzeitig zwanzig Minuten vor unserem nächsten Boarding los, um einzuchecken. Beim Zoll kommen wir nicht weiter. Unser Ticket wird nicht akzeptiert, weil unsere Koffer noch nicht aufgegeben sind. Wir so „Wie?“, die so „Schaut mal nach, manchmal klappt das nicht. Also gehen wir fast 2 Stunden nach unserer Landung und wenige Minuten vor unserem nächsten Boarding nach unten zur Gepäckankunft um unsere Koffer zu finden. Gesagt getan klappern wir alles ab, Markus findet seinen, Nils’ und Jonas’ bleiben verschollen. Wir fragen einen Flughafenmitarbeiter, der antwortet, dass wir nun halt die Wahl hätten, unser Gepäck zurückzulassen oder unseren Flug zu verpassen. Da der in 20 Minuten geht und wir noch durch die Security müssen, entscheiden wir uns für Flug in der Hoffnung, das „Baggageproblem“ in Tromsø klären zu können. Markus’ Koffer checken wir ein, die Dame dort erzählt uns, dass unser Flug ca. 45 Minuten Verspätung hat und wir unten nochmal fragen sollen. Da geht’s dann noch 3 oder 4 Stationen weiter, so viel sei gesagt: Unsere Koffer sind immer noch sonstwo, aber uns wurde gesagt, die bekommen wir in Tromsø und im besten Falle sind sie sogar in unserem Flugzeug. Nun sitzen wir nun also immerhin in unserem verspäteten Flieger, voller Hoffnung, dass das alles weitere klappt. Update und hoffentlich Ende des Tages folgt – für die Leser ist es ja eh ein zusammenhängender Text!

Was nützt ein Plan, wenn du ihn dir aufstellst – am Ende scheitert er daran, dass das WLAN nicht funktioniert 0)

Anflug auf Tromsø - oder zumindest das was ich davon fotografiert bekommen habe
Anflug auf Tromsø – oder zumindest das was ich davon fotografiert bekommen habe

Gut, was noch passiert ist: Wunderwunderschöner Anflug auf Tromsø, den ich leider nicht in wirklich schönen Bildern einfangen konnte, ein explodierter Jonas-Kopf, 3 Koffer in der Kofferausgabe (ja, es hat alles problemlos geklappt, zum Glück!) und eine Mietwagenleihe.

Wir haben jetzt einen VW-Polo, den Jonas aufgrund der angenehmen Fahrweise auch sehr gerne mag und wir haben Markus’ Navi völlig verwirrt. Was man über Tromsø wissen muss und sollte: Ein Großteil der Straßen ist unterirdisch gelegt, was echt interessant und imposant ist, aber für ein Navigationssystem natürlich auch etwas ätzend, wenn es nie weiß, ob man oben oder unten ist. Wir haben dann trotzdem recht schnell den Weg zu unserer Wohnung gefunden und waren auf dem Weg völlig begeistert von dem tiefstem Winter hier.

Angekommen lies Jonas Markus und Nils erstmal Schnee schippen, damit man das Auto vernünftig abstellen konnte (Markus und Nils, da Jonas kalt war und die beiden sich eh begeistert in den Schnee gestürzt haben. Jonas hat dafür das Gepäck getragen, zur Rechtfertigung!).

Die Jungs am Arbeiten - so schnell, dass sie sogar mehrmals zu sehen sind ;)
Die Jungs am Arbeiten – so schnell, dass sie sogar mehrmals zu sehen sind ;)
Unser Beschauliches Eigenheim - ein rotes Holzhaus wie in Jonas' Träumen :)
Unser Beschauliches Eigenheim – ein rotes Holzhaus wie in Jonas‘ Träumen :)

Schließlich ging es nach drinnen, wo die 3 Jungs ihr Gepäck auspackten, Jonas begeistert merkte, dass seine improvisierte Stativkonstruktion wunderbar funktionierte und Jonas entsetzt feststellen musste, dass sein Waschmittel ausgelaufen ist, was ihn immer noch beschäftigt und Dinge reinigen lässt. Ansonsten gab es eine kurze Enttäuschung aufgrund fehlenden WLANs, da sind wir gerade noch dran – wenn ihr das hier lest, haben wir es wohl geschafft!

Ansonsten haben wir irgendwann den Fernseher eingeschaltet und festgestellt: Englische Filme sind original mit Untertitel! Also schauten wir zuerst das Ende von Harry Potter 1, machten weiter mit Fluch der Karibik 2, bei dem tatsächlich der VOLLE Abspann gezeigt wurde, was Jonas und Markus völlig entgeisterte – Nils bekam es aufgrund eines Badbesuchs nicht mit und glaubte den beiden natürlich nicht – ich kann nur wiederholen: Es war so! Echt!

There once was a boy named Harry...
There once was a boy named Harry…

Morgen schauen wir Tromsø an, ich melde mich, sobald ich kann! Und es macht keinen Sinn das zu schreiben, weil ihr es eh erst dann lest. Also habt viel Spaß ohne dem Blog und seid nicht verstört, wenn er dann geballt auf euch einströmt!

„Du hast die gleichen Augen wie deine Mutter!“ „Die Gleichen?! Die Selben!!“

„Don’t forget the dramatic climatic disastress wobble! THE WOBBLE!! T-H-E W-O-B-B-L-E“

Camino del Norte

 

So hat das zu sein! So und nicht anders! Und wenn anders, dann ausschließlich besser!

Noch habe ich keine Bilder, aber ich muss zugeben, ich bin gerade auf jedenfall gespannt, wie diese Reise wird. Ob unser „Sonnenaufgang“ wohl so ähnlich aussehen wird wie auf dem Foto? Ob die Sonne überhaupt so weit kommt oder es sich schon wieder anders überlegt, eher es so hell wird? Egal, wie es wird, es wird ein toller Urlaub mit tollen Leuten!

Für alle, die zufällig auf diesen Blog stoßen möchte gesagt sein – es geht nach Norwegen! Genauer nach Tromsø (Ich muss noch herausfinden, wie ich dieses ø schreibe, sonst werde ich absolut wahnsinnig!) – morgen fliegen wir und ich habe jetzt endlich das Gefühl, alles gepackt zu haben, den Aufenthaltsort des Käse sicher wähnen zu können, zu wissen, wo es hingeht und sicher zu sein, dass keiner von uns so blöd ist, das Flugzeug durch absolut fehlerhaftes Gepäck ausversehen abstürzen zu lassen (ok, außer Markus, aber bei dem ist man sich da ja nie so sicher 😉 )

Also kann es losgehen! Ich freue mich ungemein und ab morgen beginnt das ganze auch etwas mehr, eine „Erlebniserzählung zu werden, heute sind es wohl eher noch philosophische Grundgedanken, weil ich es nett fand, den Blog schon „einzuweihen“.  Camino del Norte – auf deutsch der „Nordweg“ – das norwegische Wort für Norwegen – ist zwar etwas falsch gefasst, weil sich besagter Camino ja eigentlich in Spanien befindet, aber ich habe mir gedacht, solange wir auf der Weitsicht wandern, ist das ja eh alles relativ und setzt in Zeiten einer Krisen-EU villeicht auch mal ein gutes Zeichen! Dennoch treibt mich und uns die Weitsicht an einen Ort, den ich noch nie sah – ich bin voller Vorfreude und fühle mich ein wenig wie ein kleines Kind an Weihnachten, das morgen Geschenke auspacken darf. Und dann 8 Tage lang nicht mehr aufhören muss! Ich find das toll!

Uns vorzustellen ist wohl schwierig. Deswegen fasse ich es kurz zusammen und hoffe, dass die beiden sich darin auch wiedererkennen:

Hi. Wir sind Jonas, Nils und Markus. Wir sind alle ein bisschen verrückt, aber das ist ok so. Wir sind ein Filmer, ein begnadeter Maler und ein poetischer Literat. Nebenbei sind wir noch ein Filmer, ein FSJ’ler und ein Gecko. Wir mögen uns meistens sehr gerne und sind alle eine ganz komische Mischung aus Planungsunfähig und Spontanitätlegasthenikern. Aber manchmal haben auch wir unsere hellen Momente. Und dann kommt sowas raus, wie diese Reise.

 

Hallo Welt – ich hoffe, ihr fühlt euch unterhalten und denkt nicht einfach: „Oh no, just another WordPress-Blog!“

Ich tu mein Bestes! (Ich ist übrigens Jonas, falls das noch nicht rausgekommen ist. Jonas wechselt aber gerne auch mal in die dritte Person. Und prinzipiell hat Jonas einen oftmals gewöhnungsbedürftigen Schreibstil. Aber er macht ihm so viel Spaß, dass wir einfach darüber hinwegsehen. Deal?)