Kolme maata pimeys

Heute war primär ein Reisetag. Nachdem wir doch eher spät ins Bett kamen, sind wir noch später aufgestanden (Nils: „Soll ich seine qualitative ähm.. ja Wortwahl heben? Wir streichen ihm einfach manche Konjunktionen! Zum Beispiel Nachdem! Und danach auch! Außerdem darf er keine Wörter mit Personalpronomen beginnen.“ Markus: „Er beginnt Wörter mit Personalpronomen?“ Nils: „Wir?“ Markus: „Das ist..“ Nils:“..ein Personalpronomen?“ Markus: „Ja und er beginnt keine Wörter damit.“ Nils: „Ich meinte Sätze!“ – Jonas tippt wie ein Wilder – Markus: „Du wärst echt nicht gut als… ähm… dinge.. Protokollant!“ Nils: „Stenograph!“ Markus: „Genau! Das wollte ich sagen!“ Nils: „Könnte damit zusammenhängen, dass er auch keine Stenographie betreibt!“ Markus: „Könnte das verstärken!“)

Also dann halt anders: Frühstück war etwas, was wir wie jeden Tag begingen, diesmal stand Jonas wieder vor den beiden auf und begann damit, abzuspülen und aufzuräumen. Im Folgenden gab es Frühstück und wir vollbrachten unsere tägliche Morgentoilette. Die folgenden Stunden verbrachten wir damit, für unsere lange Reise zu packen und zu überlegen, was wir mitnehmen mussten, da wir nichts vergessen wollten, wobei wir uns sicher waren, dass wir eh etwas vergessen würden, was das aller wieder hinfällig machte. Aber irgendwann waren wir schließlich soweit, guten Gewissens starten zu können!

Wie fasse ich die Zeit von unserem Start in Tromsö bis jetzt gerade am Besten zusammen? Jonas (Ich darf ich nicht schreiben, das wäre ein Personalpronomen) glaubt, die Wörter „Dunkel“ und „Wind“ beschreiben unsere herrliche Fahrt durch friedliche Landschaften, die wir allerdings nicht sehen konnten, sehr gut, weswegen ihr hier auch sofort eine Bildergalerie mit Reiseimpressionen bekommt, bevor ich auf besondere Geschehnisse und Einzelepisoden der ereignisreichen Reise eingehe.

Ja, an dieser Eurostraße gab es Infotafeln. Viele. Ständig!
Ja, an dieser Eurostraße gab es Infotafeln. Viele. Ständig!
  1. DAS MITTAGESSEN:

Zu Mittag speisten wir noch in Norwegen. Serviert wurde Brot. Dazu Beläge. Im zweiten Gang Früchte. Für die Leute, die Bock hatten. Währenddessen: Wind. Und Dunkelheit.

Nils - skeptisch wie immer
Nils – skeptisch wie immer
Markus' "Jonas hör auf, Fotos zu machen"-Blick
Markus‘ „Jonas hör auf, Fotos zu machen“-Blick

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2. DIE FINNISCHE GRENZE:

Pinguine befiel Unmut. So viele Eiskristalle schwebten durch die Luft. Aber nicht nur das, sie attackierten uns regelrecht. In Schwärmen ergossen sie sich den Hügel herunter. Des Weiteren lässt sich klar erkennen, welche Seite die EU-Seite ist: Mehr Schilder. Und mehr Sprachen. Sonst änderte sich nichts. Weiter ging es durch die Dunkelheit.

Nehmt dieses Bild, subtrahiert alle Lichtinformation und addiert Wind, dann habt ihr unsere Situation
Nehmt dieses Bild, subtrahiert alle Lichtinformation und addiert Wind, dann habt ihr unsere Situation
Finnische Grenze. Und das schlechteste Bild, das Jonas je gemacht hat. Aber es hat ihm die Kamera mehrmals umgeweht - ich hoff das gilt als Ausrede
Finnische Grenze. Und das schlechteste Bild, das Jonas je gemacht hat. Aber es hat ihm die Kamera mehrmals umgeweht – ich hoff das gilt als Ausrede

3. ANHALTER IN KILPISIVÄRI

Kurz hinter der finnischen Grenze passierten wir Kilpsiväri. Darüber gibt es nicht so viel zu erzählen, abgesehen davon, dass wir durch fuhren und zwei Anhalter passierten. Jonas für seinen Teil fuhr langsamer und überlegte kurz, Markus brachte das berechtigte Argument, dass wir die niemals in unser Auto bekämen, was überzeugend genug war, um Jonas zum Weiterfahren zu bewegen. Nils klinkte sich ein, dass das jetzt wohl sehr unhöflich war – erst fast stehenbleiben und dann direkt vor der Nase wegfahren – aber wir waren uns einig, dass zurückkehren und ihnen erklären, wieso sie bei uns keinen Platz haben eine noch dummer Option war.

4. TANKSTELLE SCHWEDISCHE GRENZE

Wie über Wolken fuhren wir durch Finnland (Zumindest fand Jonas das, weil die Straße eine einzige sich bewegende Schneewehe war und der Weg unter dem fliegendem Schnee nicht mehr zu erkennen war, weil Wolken aus Eiskristallen den Asphalt verdeckten, weil die Scheinwerfer nicht mehr durch das Schneegestöber drangen (Jonas ist im übrigen der einzige, der das „Schneewehe“ nennen würde, Nils und Markus finden, das vermittelt ein falsches Bild)). Dort haben wir öfter angehalten, es war dunkel und windig. Sonst passierte nichts. Irgendwann erreichten wir Karesuanto (ein finnisch-schwedisches Dorf, später Karesuando (auf der schwedischen Seite)), dort fanden wir eine Tankstelle, deren Dienste wir in Anspruch zu nehmen versuchten.

Tankstelle in Karesuanto
Tankstelle in Karesuanto
Tankstellenshop in Finnland
Tankstellenshop in Finnland

Das klappte soweit ganz gut, bis auf die Tatsache, dass wir den Tank auf viele Ansätze füllen mussten, wieso auch immer. Beim Bezahlen wechselten Jonas und Nils noch Münzen in finnische Euros und schon ging es um eine der wenigen Kurven ins nächste Land, über eine Brücke, über einen gefrorenen Fluss, durch den Wind, durch die Dunkelheit (ok, die Brücke war erleuchtet, aber das macht mir den Effekt kaputt). Angekommen in Schweden fanden wir vorerst die Idee sehr gut, auf der Grenze herumzulaufen, wenn sie schon so schön gefroren war. Wir mussten etwas graben, um uns vollends zu vergewissern, dass diese große, weiße Fläche auch ein Fluss war. Für alle Eltern, die jetzt Panik haben; wir mussten graben, um herauszufinden, ob die Spuren der Schneefahrzeuge nicht eine Art Parallelweg zur Brücke bildeten, was natürlich die Brücke zu einem gewissen Punkt ad absurdum geführt hätte (Markus: „eigentlich gar nicht!“), oder tatsächlich über den Fluss führten. Also eigentlich geht es um folgendes: Diese Spuren lassen mich zweifeln: Ist das ein Fluss oder ist es keiner?!  Die Grabaktion verhalf uns dabei zur Gewissheit. Ja. Fluss. Definitiv. Zugefroren. Ziemlich dick. Und windig. 40 Zentimeter mit Schnee bedeckt.

Schwedische Grenze
Schwedische Grenze
Zwei Menschen auf See
Zwei Menschen auf See
Der Beweis - es war Eis!
Der Beweis – es war Eis!
Eine übertriebene Richtungstafel - aber interessant. Der Moment, wenn Berlin doppelt so weit weg ist wie Murmansk...
Eine übertriebene Richtungstafel – aber interessant. Der Moment, wenn Berlin doppelt so weit weg ist wie Murmansk…

5. ABENDESSEN AN COOLER RASTSTÄTTE

Zwischendurch verloren wir in Schweden die Gewissheit, auf dem völlig richtigen Weg zu sein, schauten auf die Karte und erlangten sie wieder. Desweiteren fuhren wir um eine Kurve auf eine andere Straße, immerhin das dritte Mal auf dieser Reise (Wenn man den Stadtverkehr in Tromsø rauslässt). Da die Uhrzeit doch langsam Formen annahm, die ein Abendessen forderten, schauten wir uns nach einem netten Plätzchen um, bei welchem wir rasten konnten. Anders ausgedrückt; Wir fuhren geradeaus und beschlossen irgendwann, stehenzubleiben. Dort an dieser Raststätte, die deutsche Raststätten in Punkto Sauberkeit und Komfortabilität um Längen schlägt, stehen wir immer noch und Jonas verzweifelt über ein Personalpronomverbot. Zu Essen gab es Brot. Es ist gerade weniger windig. Und auch weniger kalt. Und auch weniger dunkel, denn wir stehen unter einer Lampe. Aber es liegt Schnee. Bald geht es weiter, wir werden heute wohl noch Kiruna erreichen, was wir niemals gedacht hätten. Da rechneten wir aber auch noch mit mehr Sternen. (Nils: „Mir gefällt nicht, was er sagt. Und auch nicht, was er ausdrücken will.“)

Unsere Raststätte zum Abendbrot
Unsere Raststätte zum Abendbrot
Unser Domizil
Unser Domizil

6. SCHLAFENGEHEN BEI KIRUNA

Die restliche Fahrt verlief verhältnismäßig unspektakulär, es war dunkel und windig und wir fuhren um die vierte Kurve. Nach kurzer Zeit erreichten wir schon Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens. Diese liegt nun zu unseren Füßen und wir haben beschlossen, hier Rast einzulegen, da es in den Folgekilometern nur noch heller werden würde, als es durch die Lichter des Kaffs eh schon ist. So stehen wir nun hier und versuchen zu schlafen. Bis morgen – in einem neuen Blogeintrag!

FORTSETZUNG (und Fotos zur letzten Episode) FOLGT MORGEN…

2 Gedanken zu „Kolme maata pimeys“

  1. Beim Gedanken dass ihr eventuell im Auto übernachtet habt (ich hoffe ich habe das falsch verstanden…) bin ich gerade eben ganz durchgefroren… wünsche euch, dass ihr inzwischen wieder aufgewärmt seit!!!

  2. Happy New Year Ihr drei!
    Euer Ausflug hört sich sehr nach Abenteuer an und die Silvesternacht mit Kaesefondue, Konzert und Feuerwerk wird sicherlich unvergessen bleiben.
    Bringt auch den Rest Eures Nordlandtrips noch gesund hinter Euch.
    Gruss Oma und Opa

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