The nasty show – The Laugh Factory

Nach Traitor hatten Nic und ich viel Gesprächsstoff den wir leider nicht mit den Schauspielerin teilen konnten, die wären gern noch mit uns irgendwas trinken gegangen, leider hatten wir noch eine Show im 23:30. Und dieses leider ist während und nach dieser Show geblieben und mein Bedauern, dort hingegangen zu sein noch weiter gewachsen. An sich freuten wir uns, Stand-Up Comedy zu sehen, da es häufig echt gute Leute gibt, die auch intelligenten Humor von sich geben. die Laugh Factory ist, wie der Name schon sagt, eine der prominentesten Orte/Theater für Comedy jeder Art in Chicago. Dabei ist das Haus aufgebaut wie ein Varietétheater: Die Zuschauer sitzen in Raum verteilt an Tischen und trinken während der Show Getränke – so finanziert sich der ganze Laden auch, da man mindestens 2 Getränke konsumieren muss, dafür sind die Eintrittspreise sehr gering. The nasty show versprach uns Humor unter der Gürtellinie, Humor, der auch politisch inkorrekter werden könnte und wir freuten uns darauf, da in solchen Shows häufig nicht nur seichte Unterhaltung geboten, sondern auch mal ordentlich auf den Putz gehauen wird und die Comedians Rundumschläge verteilen. Die Stimmung war gut, ein Großteil des Publikums bereits angetrunken – viele Paare waren zu sehen, wir sind in eine beliebte Datinglocation hineingeraten.

Die Show ging los, der Host begrüßte uns und ab diesem Moment gibt es eigentlich s nichts mehr zu erzählen. Uns wurden die nationalen Top-Comedians versprochen, absolute Headliner, ein Wahninnsprogramm – und nichts davon gehalten. Die einzelnen Sets liefen sehr ähnlich ab:

„Hey, ich hab mich vor kurzem von meiner Freundin getrennt. Sie war zwar ganz cool und so, aber  ich wollte wilderen Sex – das könnt ihr doch nachvollziehen, oder? Außerdem heiraten gerade all meine Freunde, die Armen, gefangen auf immer und ewig. Übrigens, ich bin grad echt high.“ – und dieser absolut unlustige und unlustig dargebrachte Inhalt auf 20-25 Minuten pro Person gezogen. Ich wäre an manchen Stellen wirklich gerne aufgestanden und gegangen, so frech fand ich das. Was uns dort dargeboten wurde, hätte ich aus dem Stegreif teils auch hinbekommen und ich bin häufig weiß Gott nicht lustig UND kann kein Englisch! Dazu kam, dass wir eine Diskussion mit der Bedienung hatte, die darauf bestand, meine Kreditkarte als Pfand einzubehalten, dass wir auf jeden Fall genug trinken würden und obwohl das scheinbar normale Praxis war fühlte ich mich sehr unwohl damit. Sie ließ uns allerdings keine große Wahl, wir wären jetzt hier und seien dazu verpflichtet, zwei Getränke zu trinken. Ich war den ganzen Abend vor allem besorgt, in welchen Händen meine Karte ist und regte mich währenddessen darüber auf, was uns dargeboten wurde. Am interessantesten war es noch, das Publikum zu beobachten, was nicht optimal ging, weil wir in der ersten Reihe saßen und unseren Kopf in jeder Hinsicht verrenken mussten. Trotzdem fiel mit zumindest ein Paar ins Auge – die wurden von dem Host sogar einmal direkt angesprochen – daten seit 6 Monaten, gehen beide auf die Law-School und wirkten beide nicht wirklich glücklich, hier zu sein. Ich hatte den Eindruck, er wollte sie auf einen schönen Kulturabend einladen und die beiden versuchten gezwungen zu lachen, um dem anderen zu zeigen, dass sie seine Anwesenheit wertschätzten, es wirkte teils aber so, als würde ihnen das sehr schwerfallen.

Nach dem Abend bereute ich es tatsächlich ein wenig, nicht einfach gegangen zu sein und hätte der Laden nicht meine Kreditkarten gekidnappt hatte ich das auch getan. Ganz ála Traitor: Wenn man mit etwas unzufrieden ist, sollte man etwas dagegen tun. Aber dieser Moment sollte für uns noch kommen! Fortsetzung folgt….

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