Suicide

Heute war, beziehungsweise ist immer noch ein ganz definitiv toller Tag. Wir musste erst um 9 Aufstehen, damit geht’s schon los. Und ich habe Zeit, Blogmäßig aufzuholen. Aber von Anfang an.

Der ursprüngliche Plan für heute war ziemlich simpel. Wir stehen gemütlich auf, fahren dann im Laufe des Tages durch den Burren und zu den Cliffs of Moher, um dann des Abends in Killarney im Hostel einzuchecken.

Wir standen gemütlich auf. Zum ersten Mal konnten wir das tun. Wir hatten eine Bustour durch den Burren und zu den Cliffs of Moher gebucht. Einziges Manko – wir landeten am Ende wieder in Galway und sitzen deswegen erst jetzt (19.00 Uhr) in einem Bus auf dem Weg nach Killarney und sind erst in 3 Stunden dort. Aber jetzt erstmal ein paar Infos zu dem heutigen Tage:

Nachdem wir gemütlich aufstanden, checkten wir aus und bewegten uns in Richtung Busbahnhof, um dort unseren Tourbus zu besteigen (Ich fühl mich langsam wir ein Bandmitglied, so viel wie wir mit dem Bus unterwegs sind!). Die Menschen wirkten alle recht sympathisch und uns wurde aus versichert, dass wir unseren Bus am Abend erwischen werden. Und los geht die Fahrt, laut Fahrer und Guide eine Rollercoastertour.

Durch Galway hindurch bekamen wir noch einige Infos über die Stadt (bzw. eigentlich nur die Krankenhäuser der Stadt, wieso auch immer), wir verließen sie und fuhren in Richtung Burren. Auf dem Weg passierten wir noch eine Ruine, die wir allerdings laut Fahreraussage erst auf dem Rückweg besuchen würden, da sie dann in der Flut schöner aussieht, als gerade, während der Ebbe. Also zuerst in den Burren. Für alle, die sich jetzt schon fragen: Der Typ redet die ganze Zeit von einem „Burren“. Aber was ist ein Burren?! Der Burren ist eine Karstlandschaft in Westirland und Teil des „Wild Atlantic Way“. Sie entstand, als dieser Teil Irlands noch unter Wasser lag, weswegen es sich um eine verschachtelte Felslandschaft handelt, die sehr karg wirkt und aus felsigem Gebiet besteht, auf dem augenscheinlich nichts wächst. De facto ist besagter Burren aber sogar eine der reichhaltigsten Vegetationsgebiete Europas, da zwischen den Felsspalten lauter unterschiedliche Pflanzen wachsen, die man dort eigentlich nicht finden können sollte. Unser erster Halt war eine Höhle, in welcher wir an einer Führung teilnahmen. Sie war sehr interesannt und Jonas fand es mal wieder sehr faszinierend, was für Strukturen sich auf diesem Planeten natürlich bilden können.

„Praying Hands“ – natürlich entstanden
unterirdischer Wasserfall

Während der Fahrt erzählte der Fahrer viel, unzusammenhängend – man hatte das Gefühl, er redet, was ihm grad in den Sinn kommt, was aber durchaus interesannt und er sehr sympathisch war. Da er nur am Anfang sagte, er sei eher der ruhige Typ, der nicht so viel sagen würde, war ebendiese aussage, eindeutig nicht zu bejahen. So erreichten wir schließlich die Cliffs of Moher (bekannt aus Filmen wie „Harry Potter und der Halbblutprinz“ – wenn jemand den gesehen hat).

Klippäääään

Diese großen und hohen Klippen waren sehr beeindruckend und touristisch ausgesprochen gut erschlossen – zumindest 500m in jede Richtung gab es Absperrungen, befestigte Wege und viele Guards.

Jonas vor Klippen
abgesetzter Stein vor der Küste vor Klippen im Wasser

Ein Stück darüber hinaus konnte man sich nah an den Rand heranwagen, wenn man sich denn heranwagte – da es 250m in die Tiefe geht, ist etwas Vorsicht wohl nicht die dümmste Idee. Jonas war in einer Fotostimmung, was Theresa eher suboptimal fand, aber letztlich genossen beide dieses enorme Naturdenkmal sehr ausführlich. Durch das bewölkte Wetter kamen die rauen Klippen fast noch besser zur Geltung.

so nebenbei – Ort mit der höchsten Selbstmordrate Irlands
Theresa vor Klippen
Theresa und Jonas (v.l.n.r.) vor Klippen
Möwen vor Möwen in Klippen auf Klippen
Klippen mit Klippen im Vordergrund und Menschen auf Klippen und abgesetzter Stein vor Klippen im Meer (Ja, ich war in Fotostimmung….)

Im Anschluss kehrten wir in einem Pub ein, um dort zu Mittag zu Essen. Das Essen war gut, das Trinken auch, Jonas kämpfte nur minutenlang mit einer Flasche, bis diese ihren Inhalt endlich freigab – dann allerdings sogar etwas zu gut. Wo der Flaschendeckel gelandet ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Ebenso der Apfel, den wir kurz darauf im Bus fallen ließen.

Gestärkt ging es weiter, wieder zurück in den Burren. Dort machten wir noch einen Fotostopp bei eine weiteren niedrigeren (Aber immer noch hoch genügen) Klippenformation umgeben von Karstlandschaft. Man hatte ein wenig das Gefühl, auf einem fremden Planeten zu sein, was Jonas an den Star Wars Dreh erinnerte, der ja bis vor Kurzem in Irland vonstatten ging.

„Kleinere“ Klippen – nurmehr 147 ft
Der Burren – anderer Planet, gefühlt
SELFIETIME!!! (Diese Bildunterschrift wird Ihnen präsentiert von Jonas und NICHT Theresa, welche damit nicht einverstanden und zufrieden ist.)
Theresa neben großen Stein in Karstlandschaft über Meer auf Klippen zugehend. JPG auf Computerbildschirm. 2016.
eine der wirklich großen Straßen in diesem Land

Der letzte Stopp war besagte Burgruine vom Anfang – wir wurden nicht angelogen: MIT Wasser sah der Galway Bay definitiv hübscher aus als ohne.

Wenn ich jetzt wüsste, wie das ding hies, würd ichs euch sagen… ehrlich!
hübsches kleines Dörfchen
Wie gestern auch heute wieder ein viel zu aufwendiges Bild mit Schwänen. Aber hübsch ist es geworden!

Wir landeten wieder rechtzeitig in Galway, verließen den Bus und gingen 100m zum Busbahnhof, um dort in den Bus von Galway nach Limerick zu steigen, in dem wir nun sitzen und in dem Jonas endlich dazu kommt, den Blog auf den aktuellen Stand zu bringen, während Theresa neben ihm sitzt und liest.

Der Preis für die kreativste Eigenwerbung geht heute an diesen Pub!

3 Gedanken zu „Suicide“

  1. Alex hat recht. Ich habe mich auf den Bauch gelegt und über den Klippenrand gelugt. Oma hat mich an den Füßen festgehalten. Vieles von dem, was Ihr schon gesehen habt, haben wir vor Jahren auch besichtigt und werden es im Juli dem Sebi zeigen. Euch weiter eine erlebnisreiche Reise.

  2. Was für ein Land, wunderschön..
    Schade mit dem Auto, aber klappt doch gut mit dem Bus.
    Stöbere jeden Tag in deinem Block herum, lieber Jonas, bin begeistert..

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