Connemara

Der Plan für heute war folgender: Wir stehen gemütlich auf, fahren rüber nach Galway, checken ein und machen uns einen schönen Nachmittag im Nationalpark Connemara.

Als der Wecker pünktlich um 5:30 klingelte, hatten wir das Gefühl, ein Auto wär doch schon was feines gewesen. Unsere Busverbindung fuhr um 7:00 Uhr morgens von Dublin Centre nach Galway und von dort hatten wir eine hübsche Connemara Tagestour gebucht. Doch nun erstmal schnell Aufstehen, heute hatten wir andere Verhältnisse – Jonas war müde, Theresa ziemlich fit. Schnell rausschauen, wann der Bus kommt, frühstücken, den Bus erwischen (Ja, tatsächlich!), früh genug in der Innenstadt sein, sich über den Spire aufregen, in einem McDonalds sitzen (und nichts Essen, nur die Wärme abgreifen) und schon begann die Fahrt, auf der wir nochmal etwas relaxen konnten.

Dublin ist grün. Im wörtlichsten Sinne

Jonas schrieb während der Fahrt den aktuellen Blogeintrag, da davor einfach keine Zeit dafür war, Theresa machte die Augen ein wenig zu und so ging die erste Fahrt nach Galway schnell zu Ende.

Dort erfuhren wir, dass wir praktischerweise für unsere Tagestour im gleichen Bus bleiben können, was wir natürlich ganz cool fanden – weniger Stress und Organisation ist immer schön. Der Fahrer wurde gewechselt – aus einem sympathischen Menschen, der keine Ahnung von Klimaanlagen hatte, wurde ein etwas älterer Herr, der ein wenig die Ausstrahlung eines Lehrers hatte. Als er losfuhr erklärte er uns erstmal ausführlich die Regeln, die während der Tour gelten und merkte irgendwann selbst, dass er wohl etwas oberlehrerhaft daherkam, worüber er dann einen Witz machte. recht schnell merken wir, dass er einfach einen sehr trockenen Humor besaß, der aber Spaß machte, sobald man ihn besser kennenlernte.

Also auf und davon ins Herzen Connemaras! Erster Stopp war eine Ruine eines alten Klosters, die sehr groß und imposant war und mittlerweile zu einem Friedhof umfunktioniert wurde. Dazu gab es viele Hintergrundinformationen, die Jonas gerade alle nicht im Kopf hat. (Nur so viel: Engländer sind nicht sehr gründlich im Zerstören von alten Kirchen)

Eine „zerstörte“ Klosterruine. Glaubenskriege hab ich noch nie verstanden – Anglikaner gegen Katholiken schon gleich 2 Mal nicht.

Nächster Stopp war ein nettes Örtchen namens Cong. Typischer irischer Dörfchenflair – kleine Häuser, enge Straßen, alles sehr schön anzusehen. 

sehr beeindruckende Skulptur
Zu diesem Foto: Der blöde Schwan musste unbedingt gerade essen, weswegen Jonas lange warten musste. Aber er hat es geschafft und war sehr stolz darüber!

Direkt nebenan fand sich ein wunderschönes Regenwaldgebiet, das Jonas mal wieder völlig fertigemacht hat, in seiner völligen geographischen Anpassung. Aber es war magisch und extrem schön und ruhig.

Die Brücke in den Märchenwald. Wortwörtlich.
Besagter Märchen/Regenwald
Diese irische Flora macht mich fertig…
Kleine Kirche in Cong

Im Anschluss fuhren wir durch Connemara. Landschaftlich sehr schön und weich – runde Straßen, viele Hügel und Schafe. Unmengen an Schafen, die überall frei herumlaufen. Nur einmal im Jahr werden sie zusammengetrieben und geschoren, ansonsten machen die das ganze Jahr über eigentlich ihr Ding und bevölkern die Gegend und meckern rum. Auch viel Torf gab es mal wieder – ein fossiler Brennstoff für die Bewohner, der quasi vor der Haustür liegt und dementsprechend sehr billig ist. Wir erfuhren auch nich viel über die Zeit der britischen Herrschaft und die irische Hungersnot – unglaublich, was für Bedingungen teilweise in diesem Land herrschten.

MÄHHH!!!
Gut, sie liest gerade, hoffentlich merkt sie das nicht: MÄÄHHHH die zweite!
ein Feenbaum (Die Iren haben es mit Fabelwesen, überall, find ich cool)

Der definitive Hauptstopp war aber ohne Zweifel Kylemore Abbey – wieder ein Ort, den wir ohne Bus niemals kennengelernt hätten, da wir gar nicht die Zeit gehabt hätten (Wir sehen das als positiven Aspekt des um 5:30 Aufstehens. Den einzigen. Aber besser als keiner muss man sagen). Besagte Abbey war Privatbesitz wohlhabender Leute und wurde später zu einem Kloster umfunktioniert. Es hat einen großen, schön angelegten Garten, ein riesiges Haupthaus und eine Kirche inklusive Mausoleum für die Frau des ehemaligen Besitzers. Umgeben ist all das von der wunderschönen, eigenartigen Landschaft Connemaras und über ihr wacht einen Jesusstatue. Die letzten Jahre (1921-2010) war Kylemore Abbey zusätzlich eine renommierte Mädchenprivatschule, die meiner Meinung nach auch ein wenig den Flair eines typischen englischen Gespensterfilms hätte. Für lachhafte 15000€/Jahr konnte man sein Kind dort im absoluten Nichts unterrichten lassen.

Kylemore Abbey Gardens
Da merkt man, wie der Wind geht. Wobei irische Bäume sowieso sonstwie wachsen.
Kylemore Abbey. wer findet die Jesusstatue?

Für Menschen, die Marley and Me gesehen haben: Besagter Film wurde auch teilweise in dieser Gegend gedreht und ein ansässiger Hundetrainer passte auf die 15 benötigten Labradore auf und wohnte mit Jennifer Aniston zusammen. Er soll in dieser Zeit sehr happy gewesen sein.

Schöne Landschaft über schönem See
Der „Kuppelberg“

Den Weg zurück machten wir noch den ein oder anderen Fotostop und landeten dann wieder (bzw. endlich) in Galway, holten unsere Koffer aus dem Bus und bewegten uns in Richtung Hostel. Nach guten 10 Minuten Fußweg kamen wir dort an, es handelte sich um ein hübsches babyblaues Häuschen, in welchem wir ein nettes kleines Zimmerchen hatten. Das Bett war bequem, das Bad sauber, nur das Wasser tröpfelte ein wenig vor sich hin. Aber bevor wir uns bettfertig machten, wollten wir nochmal zumindest kurz Galway ansehen. Die Fußgängerzone war nett, es gab einige Straßenmusiker und viele verschiedene Läden.

Ja, ich weiß, ich habs vermasselt. Keine Sorge, so betrunken waren wir nicht!

Letztlich fanden wir sogar einen Pub mit traditioneller irischer Livemusik, den wir noch kurz auf einen Drink besuchten, die Stimmung war gut, aber es war noch nicht überfüllt, wir hatten einen schönen Sitzplatz.

Hübscher Pub
The great musicians
Eyre Square (Auch bekannt als JFK Gedächtnisplatz)

Nach dem kurzen Ausflug in die Stadt duschten wir, Jonas bloggte, Theresa recherchierte Busse und wir mussten leider eine unserer Unterkünfte stornieren und durch eine andere ersetzen, aber dazu später mehr. Wir haben nun alles zu Ende geplant und können uns jetzt ganz auf die Reise freuen und das tun wir auch. Vor dem Schlafengehen versuchten wir noch, ein Skypestreitgespräch zu verstehen, was uns nur begrenzt gut gelang. Doch dann Licht aus. Und Bis morgen.

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