Call it magic

Der Tag begann, wie schon unlängst geschrieben, bereits ausgesprochen magisch, als des Schreiberlings Nase sanft von den kitzelnden Strahlen des Mondes umwogt wurde, was diesen zum Aufwachen bewegte – da es noch früh genug war und ein Blogeintrag geschrieben werden wollte, befähigte dieser allerdings erstmal seinen Laptop und weckte seine Freunde erst wie abgemacht um 9:30. Im folgenden wurde rumgefrühstückt was das Zeug hielt – wir wollten ja fit für unsere lange Reise sein. Voll Begeisterung stellten wir fest, dass die Geschirrspülmaschine wie von Zauberhand den Dreck von unseren Tellern entfernt hatte, weswegen einem ausführlichen Brot und Müsligenuss nichts mehr im Wege stand.

Kleiner Blick aus unserem Fenster
Kleiner Blick aus unserem Fenster

Relativ bald machten wir uns dann aber auf den Weg – es war schon ziemlich hell und um 14.00 Uhr ist es schon wieder dunkel – also auf geht es. Zuerst fuhren wir erneut durch unseren Lieblingstunnel, den wir mittlerweile schon gut kennen und dann auf in die weite und offene Prärie. Da die Fahrt als solche zwar unfassbar schön aber schwer in Worte zu fassen ist, versuche ich das gar nicht erst, sondern bombardiere euch mit Bildern und Einzelepisoden der Strecke.

Symbolbild für unsere Autofahrt - etwas unscharf aber eine gute Situationswiedergabe
Symbolbild für unsere Autofahrt – etwas unscharf aber eine gute Situationswiedergabe

Unser erste Halt war ein Fährenanlegestelle mit großem Parkplatz, auf dem wir den „Sonnenaufgang“ genossen, der währenddessen zu einem Sonnenuntergang wurde – die Uhr überschritt die 12-Uhr-Marke. Weiterhin waren Markus und Nils immer noch so unfassbar begeistert von Schnee, dass sie ihn ins Wasser warfen, während Jonas sich auf Bilder machen beschränkte.

Später mussten wir recht unvermittelt bremsen – der Grund dafür war aber ein schöner, nämlich ein Rentierpärchen, die unseren Weg kreuzten. Die nächsten hundert Meter fuhren wir in Schrittgeschwindigkeit weiter und versuchten Fotos zu machen.

RENTIERE!!!
RENTIERE!!!
RENTIER!!!
RENTIER!!!

Kurz darauf trennte sich unser Weg vom Wasser und führte uns ins raue und unwirtliche Landesinnere. Dort, wo Berge aus Fels und Eis alles umdeckten und man irgendwie das Gefühl hatte auf einem anderen Planeten zu sein. Es gab eine Parkbucht und einen Berg, der so treppenförmig gebaut war, dass er förmlich schrie: „Erklimmt mich!“ Das liesen wir uns nicht zweimal sagen und fingen an, den Berg hinaufzuklettern, sonderlich schwer war es zum Glück nicht, aber irrsinnig kalt und unfassbar windig (Ich muss das schreiben: Immer wenn ich „kalt“ schreibe meine ich: „Jonas FAND, dass es kalt war“). Dennoch war es sehr sehr schön, dort oben zu stehen und in beide Richtungen das Meer sehen zu können – einmal in Nachtstimmung, einmal in wundervoller Sonnenuntergangsbeleuchtung.

Dann gings weiter bis Sommarøy wo wir um 13:30 dann gemütlich zu Mittag speißten – es war ein etwas seltsames Gefühl, da es sich eher mehr so anfühlte als wäre es ein Abendessen, zumindest von der Lichtstimmung, aber irgendwie auch ein Mittagessen, da es ja Mittagszeit war. Ganz in unserer Nähe sahen wir eine Gruppe Menschen um ein Lagerfeuer,  Jonas fand das irgendwie romantisch, war aber auch froh, im Auto zu sitzen. Da es davon keine Fotos gibt, füge ich hier einige Landschaftsimpressionen ein!

Der weitere Weg war der Rückweg, da es schon komplett dunkel war, gibt es wenig zu erzählen, außer womöglich den Skifahrern mitten in der tiefsten Pampa und unglaublich imposante gefrorene Wasserfälle exakt neben der Straße, die dazu einluden, riesige Eiszapfen abzubrechen – die Fotos vermögen das nur so halb gut wiederzugeben.

Ice Ice Baby
Ice Ice Baby
Conquerers of paradise
Conquerers of paradise

Und nu? Nun sitzen wir in einem Kino in Tromsø und befinden uns im Free-WLAN der Bibliothek neben um endlich eine gewisse Menge an Zeug herausfinden zu können, die ja durchaus wichtig sind. Also überwiegend Markus und Nils, Jonas ist gut beschäftigt darin, möglichst viele Informationen unter die deutsche Bevölkerung zu mischen, weswegen er schreibt und tippt und Fotos beschriftet und und und… Heute Abend soll es bewölkt sein, weswegen noch unklar ist, ob wir uns wieder auf Polarlichtjagd begeben oder den Abend sehr entspannt angehen lassen – ihr werdet es erfahren, wenn das nächste Mal unendliche Massen an Blogeinträgen auf euch niederbrechen 😉

Liebe Grüße aus Tromsø und eigentlich finde ich es auch ganz cool, mal etwas weniger Internet zu  haben. Ihr hört von uns!

6 Gedanken zu „Call it magic“

  1. Hallihallo,
    da schaut man einmal kurz weg und schon wird man komplett zugespammt. :) Eigentlich hab ich mich total gefreut, noch 2 zusätzliche Blogeinträge zu finden… Nach einem spanischen und drei englischen Titeln warte ich nun noch auf eine deutsche Überschrift. – nur ein Scherz… Freu mich, dass es euch gefällt! (Das mit dem Gefallen schließe ich zumindest aus den Bildern… man weiß ja sonst nie, ob nur Jonas das so findet oder Markus und Nils auch… 😉 )

  2. Hallo ihr Drei,

    nun wurde endlich das WLAN-Schweigen gebrochen…Großartige Bilder (dass es toll würde hatte ich mir schon gedacht, aber sooo toll…)- und anscheinend auch großartige Stimmung trotz der üblichen kleinen Gemeinheiten einer Reise! Weiterhin viel Freude und gute Laune – und möge das WLAN mit Euch sein!

    Gudrun + Martin

  3. Hallo ihr drei,
    Das sind so wunderschöne Bilder ♡ Ich schau sie gerade nur auf dem Handy an werde sie aber morgen auch auf dem Laptop durchklicken! Schön dass ihr so viel Spaß habt, ich wünschte ich wäre dabei und bei euch. Es hört sich auch von deinen Texten, Jonas, wie ein wunderbares und einzigartig spannendes und witziges Erlebnis an… der Nordlicht-Zeitraffer! Wahnsinn…
    Ich freue mich mehr von euch zu hören und genießt die Zeit! Nils, ich liebe dich!

  4. Hallo Jonas,
    wir gehen uns für Euch, dass offensichtlich vieles von dem, was Ihr Euch so vorgestellt oder zumindest erhofft habt, auch tatsächlich eingetroffen ist. Das gilt natürlich insbesondere für das Polarlicht! Obwohl Bilder kaum die wunderschöne Realität wiedergeben können.
    Wir freuen uns auf weitere Eindrücke und Bilder.
    Gruss aus Donaustauf

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