Tanz der Lichter — (oder: „Es ist so unfassbar hell!“)

Lichter zogen über uns über den Himmel, Lichter zogen unter uns entlang, auf ein helles Licht fliegen wir nun zu. Wenn ich diese Reise irgendwie umtiteln müsste, fiele mir tatsächlich als einer der ersten Vorschläge „Reise ins Licht“ ein, obgleich wir die Sonne nun 8 Tage lang nicht sahen. Da heute der Rückreisetag ist und außer einer wunderschönen Aussicht wenig passiert, nutze ich die Zeit über Skandinavien und der Nordsee für den finalen Blogeintrag dieser Reise.

Gestern hatten wir verhältnismäßig wenig vor, Check-In, Filmaufnahme für Jonas’ Bewerbung und Internet waren unsere Pflichtpunkte, die recht schnell albhandelbar waren, weswegen wir die Zeit nutzten, um auszuschlafen. Um neun Uhr wachte Jonas auf, begann schonmal damit, alles aufzuräumen und ein wenig zu putzen, um später weniger tun zu müssen. Weiterhin schrieb er einen Blogeintrag und ging ins Bad, was er ungern machte, weil er dafür immer durch das Schlafzimmer von Markus und Nils gehen musste, was ihm viel zu kalt war. Im Nachhinein betrachtet können wir glücklich sein, dass wir diese Zimmersituation hatten: Jonas konnte das Wohnzimmer nachts auf eine laut Nils und Markus „unerträgliche Hitze“ bringen, Markus und Nils konnten laut Jonas „in einer Gefriertruhe“ schlafen.

Um elf Uhr beschloss Jonas, mal vorsichtig anzufragen, ob Aufstehen langsam eine Option wäre und bot gleichzeitig an, heißen Kakao zu machen. Das schien zu funktionieren und es kam langsam Leben in die Bude. Da wir noch (Vollkorn-)Pfannkuchen und viel zu viel Brot hatten frühstückten wir sehr ausgiebig und lange, während wir immer noch von den Nordlichtern schwärmten. Schließlich war es schon nach zwölf und der Tag schon wieder zur Hälfte herum, als wir aufbrachen.

Zuerst zum Flughafen, einchecken (es ist komisch, das nicht via Internet machen zu können, aber es geht ja zum Glück noch „analog“). Ein Parkplatzproblem hatten wir glücklicherweise nicht, da wir dreist genug waren, unseren Mietwagen auf den Mietwagenparkplatz zu stellen, getreu dem Motto „merkt eh keiner!“. Daraufhin begaben wir uns in den Flughafen und checkten uns ein, was problemlos funktionierte. Also weiter.

Programmpunkt Nummer zwei war ja eine Filmaufnahme für Jonas’ Filmhochschulbewerbung, die er den bisherigen Urlaub aufs sträflichste vernachlässigt hatte. Dafür mussten wir eine schöne Stelle finden, an der man gut Ukulele spielen konnte und die auch ganz hübsch aussah. Was Jonas filmen wollte: Sich selbst, wie er in schöner Landschaft Ukulele spielt, aber ich denke, das kam schon raus. Richtung Tromvik hatten wir ja am Tag davor nachts sehr schöne Aussichten, also versuchten wir die Strecke mal „tagsüber“ (Es war ja schon wieder 13:30 und die Sonne quasi weg). Nach einigen Kilometern fanden wir eine gute Stelle, gingen einige hundert Meter von der Straße fort zu einem Felsen und bauten alles auf. Das Stativ brach beim Aufbauen prompt in zwei Teile – ich sollte mal beginnen, darüber nachzudenken, nicht immer das gleiche Modell zu kaufen! Das ist Nummer 3 und wieder an einer unmöglichen Stelle gebrochen! Also improvisieren, zum Glück war genug Gaffertape vorrätig, um das ganze provisorisch zu fixen. Dann noch ein Licht in den Schnee stecken (eigentlich wollten wir auch Teelichter aufstellen, aber unser Feuerzeug war Schrott), mit Markus als Lichtdouble einleuchten und schon konnte der Hauptdarsteller seine Jacke ausziehen. Er bereute es sofort, musste da aber jetzt durch. Also auf den Felsen, Ukulele spielen, Jacke an, neue Einstellung, Jacke aus, Ukulele spielen, Jacke an.

Ein kleines Still aus den Filmaufnahmen
Ein kleines Still aus den Filmaufnahmen

Die Ukulele verstimmte sich in einer irrsinnigen Geschwindigkeit und Jonas’ Finger konnte er auch schon nicht mehr spüren, die musikalische Qualität hielt sich also in Grenzen. Nach einer endlos wirkenden Zeit war es geschafft. Nils nutzte den sehr ruhigen Ort, um Qi-Gong (oder sowas ähnliches) zu praktizieren, Jonas und Markus finden das recht amüsant. Auf dem Weg zurück zum Auto verlor Jonas noch ein Teelicht. Es kullerte den Hügel hinunter und weiß auf weiß im Dunkeln zu suchen war uns etwas zu anstrengend, weswegen wir das Teelicht Teelicht sein ließen. Wir hatten ja von ursprünglich 30 immer noch 29 (die haben wir übrigens immer noch. Wir haben nicht ein Teelicht angezündet. NICHT EINS!)

Nils in tiefster Meditation. Davor meine scharfe Ukulele
Nils in tiefster Meditation. Davor meine scharfe Ukulele

Wieder im Auto machte Jonas den Vorschlag, diesmal ganz bis nach Tromvik zu fahren, da die Strecke sehr schön und es nicht mehr weit war. Die beiden anderen hatten nichts dagegen, also machten wir uns auf den Weg, während wir die Känguru-Chroniken und das Manifest weiterhörten, damit verbrachten wir schon die letzten Tage unsere Autofahrten. In Tromvik stießen wir unverhofft auf eine Sackgasse, weswegen wir einmal über den Berg auf die andere Seite nach Rekvik fuhren. Was gibt es zur Strecke zu sagen? Sie war sehr schön, zweifelsohne, es war wundervoll, mal wirklich an der Küste zum Nordpolarmeer zu stehen und einen Sonnenuntergang über dem Meer genießen zu können.

Sonnenuntergangsstimmung, als es hinter dem Berg schon Nacht war
Sonnenuntergangsstimmung, als es hinter dem Berg schon Nacht war

Nils deklarierte diesen Ort zu einem der schönsten Punkte des Universums und gab sich seiner Schwärmerei voll und ganz hin. Also die Sonnenuntergangsstimmung, die Sonne sahen wir logischerweise nicht. Zurück durch wunderschöne Berglandschaften, beschloss Jonas einmal mehr, diese Kombi aus Meer und Bergen abgöttisch zu lieben, das ist unfassbar einzigartig.

Berge Berge Berge
Berge Berge Berge
Einer der eher grenzwertigen Parkplätze - wir waren aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr
Einer der eher grenzwertigen Parkplätze – wir waren aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr

Bis wir in Tromsø waren, war es schon wieder 17:00 Uhr. Die Zeit verging einfach viel zu schnell, weswegen wir den geplanten Aufenthalt im Kunstmuseum leider streichen mussten. Dafür hatte aber das Kino offen, Jonas lud den aktuellen Blogeintrag hoch, wir schrieben uns gegenseitig auf Skype und googelten dies und das.

Relativ schnell ging es allerdings weiter – der Hunger packte uns. An unserem letzten Abend gab es eine Asia-Reispfanne mit Süß-Sauer-Sauce, Gemüse und viel Fenchel. Wir stellten dabei fest, dass wir noch knapp 250 Gramm Nudeln hatten, deren Existenz uns ein großes Rätsel war. Wir hatten 2x500g Packungen und haben zweimal Nudeln gemacht. Jedes Mal gab es eine Packung. Das heißt, entweder gab es jedesmal ca. eine 2/3 Packung, oder wir hatten einmal nur 250g Nudeln für uns drei. Beides kommt uns unrealistisch vor, aber wir konnten keine zufriedenstellenende Erklärung finden. Während Markus und Nils kochten, begann Jonas schon damit, das Appartement zu saugen und seinen Koffer zu packen. Dabei war es ihm mal wieder ein Rätsel, wie das alles das reinpassen sollte, aber letztlich klappte es doch – wie immer. Das Essen war gut, nur zu viel, da Jonas und Nils davor noch die restlichen Pfannkuchen verspeist hatten. Anschließend nutzen wir die Gunst der Stunde, um Brote für den Flug zu schmieren, wir hatten ja genug.

Im Anschluss begann die fröhliche Packaktion, die Jonas frustrierte, weil Nils und Markus scheinbar leere Koffer hatten. Immerhin war sein Stativ zweigeteilt, sonst hätte es niemals noch reingepasst. Wir fanden heraus, dass wir beim Check-In einen Fehler gemacht haben – alle 3 Koffer fliegen nun unter Markus’ Namen. Das schien aber kein Problem zu sein, da wir einfach 3 Freigepäckstücke auf die Gesamtbuchung haben, er muss sich halt für all den Schmarren rechtfertigen, den wir dabei haben, wenn der Zoll ihn in München nicht rauslässt. Gleichzeitig wurde das Bad geputzt, die Küche gereinigt, alles an Ort und Stelle gebracht und wir hinterließen Lea, unserer Vermieterin ein kleines Gastgeschenk. Nach einiger Zeit war alles ins Lot gebracht und wir planten den Rest des Abends. Da es klar war, war für Jonas auch heute klar (keine Sorge, dieses Wortspiel bringe ich nie nie wieder), dass Polarlichter wohl die höchste Priorität hatten, man wusste ja nicht, wann sich das nächste Mal eine Chance ergab, welche zu bewundern. Als wir die Haustür hinter uns ließen, begrüßte uns die Aurora schon, sie zog gerade über Tromsø hinweg und war sehr gut zu erkennen, weswegen wir zum Hafen fuhren und das Licht über der Stadt betrachteten, es war allerdings nicht sonderlich stark, aber dennoch sehr hübsch anzusehen.

Der Himmel ber Tromsø (Und ein Nils, der nicht stillhalten kann)
Der Himmel über Tromsø (Und ein Nils, der nicht stillhalten kann)

Aus Sentimentalitätsgründen beschlossen wir, zu dem Ort zu fahren, wo wir das erste Mal Nordlichter sahen (Zumindest nannten wir es damals noch so). Schon auf dem Weg dorthin mussten wir oft halten, weil das Leuchten einfach so unfassbar stark wurde, dass wir ein schlechtes Gewissen gehabt hätten, das nicht gebührend zu beachten. Wo wir vorgestern ganz nette Lichtlein hatten, setzte der Himmel heute nochmal eines drauf. So waren die Lichter nicht nur unfassbar hell und tauchten die Stellen der Landschaft, von denen wir beim ersten Mal Vorbeifahren nur schwarz sahen, in ein magisches grünes Licht, das durchaus Vollmondhelligkeit überschritt und bedeckten fast den ganzen Himmel, sondern sie bewegten sich unfassbar schnell, tanzten über den Himmel, wechselten die Farben ins rötliche und bläuliche, schossen über uns hinweg, nur um sich in Spiralen um sich selbst zu drehen, die Richtung zu wechseln und eine unglaubliche Choreographie darzubieten. Ihr habt ja die Zeitraffer gesehen – stellt euch das in doppelt so schnell und detailreich vor. Nur, dass es sich um Echtzeit handelte. Fotografien oder Filme davon anzufertigen war nahezu unmöglich, weswegen Jonas das Schauspiel einfach genoss. Die Polarlichtvariabilität war trotzdem groß genug um euch abgesehen von diesen Bildern, die ausschließlich unserer Erinnerung innewohnen, einiges präsentieren zu können, was auch verschiedenste Formen beschreibt, die die Aurora annehmen kann. Alle Fotos aus diesem Blogeintrag sind nur wirklich kleine Ausschnitte der Realität, das muss gesagt sein!

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Wir landeten schließlich an unserem ersten Platz, blieben im Auto sitzen, aßen Kekse und hörten Känguru, während wir die Vorstellung genossen. Gegen Mitternacht war das Polarlicht so schwach, dass wir beschlossen, nach Hause zu fahren und noch ein wenig zu schlafen. Es war zwar noch recht hell und hübsch, aber man bekommt ein ganz anderes Verhältnis, wenn man erlebt hat, was wir erleben durften (Wir sind zu wahren Nordlicht-Snobs verkommen!). Ich habe mal nachgesehen: Das Polarlicht vorgestern war Stufe 4, das gestern schätze ich auf 4,5-5. Die Skala geht bis neun. Ich glaube, so muss sich dann der Weltuntergang anfühlen.

Nach Hause fuhren wir einen Panoramaweg durch Tromsø, einerseits, weil wir noch Tanken mussten, andererseits, um die Stadt gebührend zu verabschieden. In unserer Unterkunft spülten wir noch das letzte Geschirr ab, packten die letzten Dinge in unsere Koffer und begaben uns ins Bett.

Der Wecker klingelte viel zu früh. Vier ist eine gemeine Uhrzeit. Aber so hatten wir noch genug Zeit zum Frühstücken und Wachwerden. Ein bisschen wehmütig packten wir unsere Koffer ins Auto und fuhren zum Flughafen, stellten das Auto ab, Jonas nahm sich nochmal 3 Minuten, um Norwegen auf Wiedersehen zu sagen und wir begaben uns in den Flughafen, um unsere Koffer aufzugeben. Das Gewicht war diesmal gar kein Problem, Jonas hatte 22kg, Nils 19kg und Markus unfassbare 17kg – wie ist uns ein Rätsel bei den Unmengen an Steinen, die er exportiert. Jonas’ Koffer wollte das Selbstbedienungsterminal nicht akzeptieren, weswegen wir ihn am Schalter aufgeben mussten – aufgrund von genügend Zeit war das aber kein Problem. Schnell durch den Sicherheitscheck (nach den 20 Flugzeugbesatzungen, die sch vorgedrängelt hatten – wir hatten die falsche Schlange!) und schon waren wir am Gate, wo das Boarding auch bald begann.

Flughafen Tromsø - und los geht die Reise!
Flughafen Tromsø – und los geht die Reise!
Unser Flugzeug - lustigerweise waren die Tromsø-Oslo Flieger allesamt größer als die Oslo-München Maschinen
Unser Flugzeug – lustigerweise waren die Tromsø-Oslo Flieger allesamt größer als die Oslo-München Maschinen

Der Flug von Tromsø bis Oslo verlief ereignislos, es gab ein paar Turbulenzen, wir drei schliefen viel und im Landeanflug auf Oslo konnte man einen Sonnenaufgang erahnen.

Nordnorwegen aus der Luft - Straßen in der Finsternis
Nordnorwegen aus der Luft – Straßen in der Finsternis
Wie man sieht: Wrong Side...
Wie man sieht: Wrong Side…

Jonas bemerkte einen Konzeptfehler in der Sitzplatzwahl – wenn man nach Süden fliegt ist Osten in Fahrtrichtung links. Natürlich saßen wir rechts. Glücklicherweise machte das Flugzeug über Oslo eine 180° Wende, weswegen wir Blicke auf die Morgenstimmung und den schönen abnehmenden Mond erhaschen konnten. Es war ein komisches Gefühl, zu landen und zu wissen, wenn man wieder startet, wird man die Sonne sehen…

Und nun sind auch wir auf der hellen Seite!
Und nun sind auch wir auf der hellen Seite!

Das Flugzeug parkte im internationalen Terminal, von wo aus wir mit einem Bus ins nationale gebracht wurden. Dort realisierten wir, dass wir nicht checken konnten, ob unser Gepäck durchgecheckt wird oder nicht, da wir dafür aus dem Securitybereich rausgemusst hätten und wir keine Lust hatten, dass es zeitlich doch eng wird. Deswegen beschlossen wir einfach, auf das Beste zu hoffen – wir werden in München ja sehen, ob etwas fehlt. Im Anschluss hatten wir eine lange Fußstrecke vor uns. So nett es auch war, dass der Bus uns vom internationalen Terminal wegfuhr mussten wir nunmal genau da hin. Auf dem Weg zählte Markus unser verbleibendes norwegisches Bargeld, es waren 18NOK, davon wollte jeder 1NOK behalten – blieben 15NOK zum verprassen! Das war gar nicht so einfach, bis wir etwas gefunden hatten, das billig genug war: 3 Lutscher für jeweils 5NOK. Perfekt, dachten wir uns und kauften sie.

THE LOLLIPOP-GANG!
THE LOLLIPOP-GANG!

Wir gingen weiter und bis wir an unserem Gate angekommen waren, begann das Boarding quasi eh schon – man vernachlässigt immer, wie lange das alles doch dauert. Diesmal standen wir aber ganz vorne, kamen mit als erste ins Flugzeug und konnten straight nach hinten durchlaufen (Denn aus filmischen Gründen sitzen wir immer möglichst weit hinten, um wenig Flügel im Bild zu haben). Auf die Rollbahn, noch schnell enteisen und los ging es. Nach guten 2 Minuten durchbrachen wir die Wolkendecke und sahen die Sonne.

Das Gefühl war unglaublich und Jonas war völlig geblendet von dieser Helligkeit. Das ist doch nochmal was anderes als eine ständige Morgen/Abendstimmung. Jonas quittierte das mit dem völlig erstaunten Ausspruch „Es ist so unfassbar hell!“

Wolken! Licht! Hell! Igittigittigitt!
Wolken! Licht! Hell! Igittigittigitt!
Der große weite Ozean...
Der große weite Ozean…

Das ist es immer noch. Wir befinden uns in der Luft und werden wohl in 40-50 Minuten in München landen. Wenn diese Reise noch etwas zu bieten hat, werdet ihr es erfahren, wenn nicht endet diese Reise hier. Es hat Spaß gemacht zu schreiben und ich werde das auf jeden Fall weiterführen, das genaue Konzept überlege ich mir heute, wenn ich wieder in meinem Büro/Klavierzimmer/zu Hause sitze.

Der Flug neigte sich dem Ende zu und Jonas war helligkeitsmäßig weiterhin überfordert. Wie Nils es nannte „Das hier ist Elysium! Die Stadt aus Licht!“, Jonas fragte zweifelnd: „Bin ich im Himmel?“, woraufhin Markus sagte: „Ja, das bist du…“. Die Landung in München war schön und unschön zugleich. Einerseits waren wir enttäuscht über die nicht vorhandene Sicht und die Suppe über Bayern, wir sind nunmal jetzt sehr klare Luft gewöhnt.  Auf der anderen Seite lag Schnee, was uns natürlich freute, da wir so nicht das Gefühl haben mussten, wieder in den Sommer geflogen zu sein.

Anflug auf ein weißes München
Anflug auf ein weißes München

Nun sitzen wir am Gepäckband, Jonas und Nils haben ihr Gepäck bereits und Markus wartet noch. Wiederholt sich die Geschichte und es ist wieder sein Koffer, der in Oslo stehengeblieben ist? Wir hoffen es nicht und ich halte euch auf dem Laufenden.

Nun sitze ich wieder in Regensburg. Ich habe Internet. Durchgängig. Das ist seltsam. Was noch geschah: Markus Koffer ist fürs erste nicht da, das Schicksal mag ihn nicht – zum zweiten Mal seiner (Das liegt an den Steinen, ich sags euch!). Wir hatten wieder eine sehr angenehme Rückreise dank sympathischem Fahrdienst – herzlichen Dank dafür nochmal! Jetzt sitze ich hier und rekapituliere die Reise, es ist fünf nach drei und immer noch hell, heller als wir es über 8 Tage hatten, das ist ein extrem seltsames Gefühl, daran muss ich mich noch gewöhnen. Immerhin liegt Schnee.

Was noch zu sagen ist:

Lieber Nils, wir beide hatten Premiere, dies war unsere erste gemeinsame Reise. Was ich sagen kann: Das Experiment ist geglückt und ich bin und war froh um jede Sekunde, die ich dich um mich hatte. Du bist ein wunderbarer, eigensinnig-unangepasster, konfliktbereiter Reisepartner, mit dem ich mich sowohl gern über Gott und die Welt zerzupfe und ebenso sehr wieder versöhne, wenn wir merken, dass der Grund unseres Streites die Wortdefinition eines Lutschers ist. Oder Teelichter. Oder was auch immer – ich google das! Und hör verdammt nochmal auf, immer recht zu haben, diesmal hast du mir Angst gemacht!

Lieber Markus, du bist ein wunderbarer, anpassungsfähiger, konfliktarmer Reisepartner, mit dem ich weiterhin gerne die Weltgeschichte besser kennenlerne, ich freue mich auf alles weitere und bin auch über diese Reise sehr dankbar und unglaublich froh, sie mit dir gemacht zu haben. Du bist ein wunderbarer Ruhepol, der mir in meinem völlig überdrehten Phasen seh gut hilft, mal wieder unter den Teppich zu kriechen.

Danke euch beiden, dass ihr mich weitestgehend ertragen habt, dass ihr mich zwar kontinuierlich verbessert habt, wenn meine Wortwahl wieder keinen Sinn machte, wenn ich das Auto an unmöglichen Stellen abmarkte, als ich euch Berge hochtrieb und immer voller Aktionismus keine freie Sekunde lies, um mal zu entspannen. Ich habe diesen Urlaub sehr genossen und werde noch lange davon zehren, ich hoffe, ihr tut das auch!

Es war mir eine Ehre und so bleibt nur noch dieser eine Satz:

It was a magic experience!

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