kupanda kwa bidii na nzuri furaha ya mwaka mpya

Also nun und heute der 31.12.15, letzter Tag des Jahres 2015. Entspannt standen wir in der Früh auf, frühstückten, Jonas ausnahmsweise Bananen und kein Müsli (Fairtrade-Bananen, sondern wären die ihm niemals genehmigt geworden) und redeten darüber, dass es bald Menschen geben kann, die 2000 geboren wurden und schon 16 sind. Dann fühlten wir uns wieder alt und ließen den Gedankengang. Im Folgenden saßen wir noch ein bisschen herum, schauten Karten an, räumten ein wenig auf und begannen, unsere Dreiländertour des nächsten Tages etwas genauer zu planen und zu durchdenken.

Schließlich fuhren wir dann aber los – wir wollten einen schönen Platz für den Abend finden, von wo aus man eine gute Sicht auf die Stadt hatte – zum Glück steht direkt hinter der Eismeerkathedrahle der „Fjellstua“ – der Hausberg von Tromsø, dort versuchten wir unser Glück Dass die Seilbahn derzeit außer Betrieb ist, wussten wir schon, weswegen wir versuchten, mit dem Auto so weit wie möglich nach oben zu kommen. Statt Parkplätzen fanden wir allerdings nur Wendeplätze, was die ganze Nummer schwerer machte. An Aussichtsmöglichkeiten mangelte es uns wahrlich nicht – wir wussten nur nicht, wo wir uns hinstellen sollten. In dem Moment begann die Idee zu keimen, mal den Aufstieg auf den Fjellstua auszuprobieren und für den Abend in Betracht zu ziehen. Gesagt getan parkten wir unser Auto ab und suchten nach dem Wanderweg. Wir fanden ihn recht schnell und auf ging es nach oben.

einsame Gestalt kämpft sich durch den Schnee
einsame Gestalt kämpft sich durch den Schnee

Der Aufstieg war härter als gedacht. Einerseits war der Weg sehr klein und schmal, andererseits lag überall Schnee, der dadurch, dass Tauwetter einsetzte noch rutschiger war als sonst. Außerdem waren Teile unserer Gruppe durch Belastungsasthma gehandicapt, was dem unbeschwertem Wandererlebnis auch im Weg stand. Deswegen muss man wohl eher sagen: Wir quälten uns den Berg hoch, unerbittlich getrieben von Jonas, während lauter Norweger an uns vorbeikamen und freundlich grüßten, was uns verwirrte, da sie das in der Stadt ja so gar nicht machten, eher das Gegenteil, da scheint Blickkontakt auf der Straße förmlich unhöflich zu sein.

Markus sammelt Steine - wie immer
Markus sammelt Steine – wie immer

Aber zurück zum Berg. Relativ weit unten fanden wir ein Plateau, was wir als guten Plan B für den Abend deklarierten. Dennoch wollten wir den Berg erzwingen, der uns allerdings dezent verwirren wollte. Immer wenn man fast oben war, kam man um eine Kurve und es kam noch ein gefühlt endloses Stück. Wir stapften durch den Schnee, am Gipfel kam auch noch Wind dazu, unser Ziel vor Augen, das langsam aber sicher näher kam.

Und dann waren wir da. Und man kann es nicht anders sagen – Die Aussicht war traumhaft. Erstmals konnte man die gesamte Insel Tromsøya überblicken, sehen wie groß Tromsø doch eigentlich ist und auch wirklich realisieren, wie weit man trotz Dunkelheit sehen kann. Jonas machte einige Fotos, auch für große Inselpanoramen (Die in der Bearbeitung übrigens erschreckend aufwendig waren!)

Die Bibliothek - meist Ort unseres Internets und schöne Architektur
Die Bibliothek – meist Ort unseres Internets und schöne Architektur
Zwei Recken vor der lichten Stadt
Zwei Recken vor der lichten Stadt
Jonas über Tromsø
Jonas über Tromsø
Tromsö von oben in sehr guter Auslösung ;
Tromsö von oben in sehr guter Auslösung ;

Der Weg nach unten machte wieder mehr Spaß. Am Anfang hatten wir ein wenig Angst in der Dunkelheit – es war nach 14 Uhr und dementsprechend Nacht- den Weg zu verlieren. Doch Passend zum Waldbeginn fanden wir uns auf dem Pfad ein und konnten entspannt nach unten laufen. Sagte ich entspannt?! Sagte ich laufen?! Also für Markus und Nils war es möglicherweise entspannt, Jonas trug dafür zu viel teueres Kameraequipment mit sich herum. Und gelaufen sind wir alle 3 nicht, sondern gerutscht, was das Zeug hält. Vor allem Am Anfang im steileren Teil gab es den Weg und eine Rutschbahn, die sicherlich 300 Meter in die Tiefe führte. Nils und Markus rutschten dort voller Enthusiasmus, Jonas rutschte unfreiwillig, weil er abrutschte und nicht mehr bremsen konnte. Es ist aber keinem von uns was passiert, Jonas hat geschimpft was das Zeug hält und nach guten 40 Minuten waren wir wieder unten – Doch etwas besser als die ca. 100 Minuten nach oben.

Doch damit war unsere Geheskapade ja noch längst nicht beendet. Wir wollten ins Kino, im das Wetter und ein paar Entfernungsaden unserer Tour zu googeln und den Blogeintrag des 30.12 hochzuladen. Also wieder über die Brücke auf die Insel und Richtung Kino – welches geschlossen war. Also auf zu Café Globus – von dem wussten wir, dass es sicher Free Wlan hat – das hatte zu. Also weiter durch die Stadt, während Nils mit seinem Tablett nach Free-Wifi suchte. Dann kam uns der Gedanke, dass die Touristinfo ja angeblich Internet habe. Hatte sie. An zwei alten Rechnern, die von einem echt faulen Systemadministrator gesperrt wurden. Du konntest nur den Internetexplorer öffnen, als anderen Programme und der Explorer waren gesperrt. Über den Ausführen-Dialog konnte ich dann allerdings Markus’ Stick öffnen, auf dem einerseits die Fotos und andererseits der Blogeintrag in *.txt Form gespeichert war, welchen ich dann im Browser öffnen konnte. Was dabei leider verloren ging waren Sonderzeichen und Umlaute, wie ihr ja mitbekommen habt. Da wir nicht mehr wirklich viel Zeit hatten, beließ er es dabei und versuchte nur noch Dinner for One herunterzuladen, was über Umwege dann auch klappte. Also wer auch immer dafür bezahlt wurde, mit dem Rechner nur begrenzte Dinge tun zu können: Er hat versagt! Aber es war ja in unserem Sinne und damit ok.

Im folgenden ging es eh schon nach Hause – es war schon wieder Zeit für das Abendessen. Heute zur Feier des Tages Käsefondue! Ohne genau zu wissen, was wir falschgemacht haben, war das zwar mehrphasig und ein wenig zu flüssig, aber durchaus angebracht und lecker. Markus verlor ein halbes Brot und kassierte 2,5 Stockhiebe, Nils verlor 1/5 Pilzstück und bekam einen, sonst passiert wenig, abgesehen davon, dass das Zeug gut und schnell sättigte und füllte. Jonas bearbeitet noch die Bergpanoramen und suchte Fotos für die Auswahl aus, dann war es eh schon wieder so weit, in die Eismeerkathedrahle zu gehen, um dort dem Neujahrskonzert zu lauschen.

Die Eismehrkathedrahle von oben
Die Eismehrkathedrahle von oben

Wir waren ein bisschen zu früh da, die Kirche war trotzdem schon gut gefüllt und wir entschieden uns am Ende für einen Randplatz, da unklar war, ob mehr auf der Empore oder im Altarraum vonstatten geht. Die Kirche von innen ist übrigens sehr schlicht und das große Glasmosaik kommt von drinnen auch nur so halb raus, aber deswegen waren wir ja nicht primär da. Das Konzert war wunderschön – eine Flötistin, eine Sopranistin und ein Organist/Pianist verzauberten die Kirche mit jedem Lied ein wenig mehr in einen ruhigen und träumerischen Ort, während sie aus ihren Instrumenten unterschiedlichste Klangfarben herausholten. Vor allem die Art und Weise, wie Flöte und Gesang sich umwebten begeisterte Jonas uneingeschränkt. Am Ende gab es dann Stille Nacht, zuerst auf Norwegisch, dann deutsch, dann englisch – in einer sehr eigenen aber wunderschönen Version. Und als sie dann zum Abschluss noch Auld lang syne anstimmten, war er wieder da, dieser magische Moment, als da nur noch man selbst war und die Musik und der Moment endlose erschien.

Eismeerkathedrahle - Orgel
Eismeerkathedrahle – Orgel
Eismeerkathedrahle - Altarraum
Eismeerkathedrahle – Altarraum

Doch dann war er vorbei und es ging nach Hause, wir als schlimme Traditionalisten mussten ja noch Dinner for One ansehen. Dieses Jahr war das Seherlebnis nur begrenzt gut, da wir eine andere und sehr pixelige Version hatten – die einzige, die Jonas downgeloadet bekommen hatte -aber besser als Nichts! Irgendwo geht es ja auch ums Prinzip. Und schon wieder ging es los, zu unserem erwählten Platze. So langsam bekamen wir Angst, da seit Einbruch der Nacht, also 14 Uhr geballert und geschossen wurde, was das Zeug hielt. Erstens sahen wir auf unseren Einkäufen nicht einmal Feuerwerkskörper im Sortiment und zweitens dachten wir langsam, vielleicht darf man ja nur am 31. feuern und am ersten ist alles aus aus und vorbei? Fragen über Fragen…

So sah das aus - 20 Minuten VOR Mitternacht!
So sah das aus – 20 Minuten VOR Mitternacht!

Als wir aus dem Auto ausstiegen war die Klangkulissen schon extremer als in Regensburg normalerweise nach Mitternacht. Nach 40 Minuten. Wir stiegen den Berg das Stückchen hinauf, konnten dabei ein kleines Stücken Polarlicht erhaschen und sahen auf die Stadt hinunter. Ein Inferno aus Batterien, überall. Noch 15 Minuten. Oben angekommen bot sich uns ein spektakulärer Anblick. Wenn die Nordnorweger sonst eher Menschen sind, die nicht so auf den Putz hauen und in sich gekehrt scheinen – an Silvester lassen sie die Sau raus! Ab 10 Minuten vor Mitternacht war quasi die ganze Stadt ständig in helles Licht gehüllt und über dem Fjord schwebten immer mindestens 10 rote Lichter aus Notsignalraketen (Von denen wir immer noch nicht wissen, ob die für solch einen Einsatz legal sind), die auch munter auf den Boden fielen und dort unvermindert hell weiterbrannten. Dennoch schien die Stadt nicht abzufackeln, soweit wir das von oben beurteilen konnten. Noch 3 Minuten bis Mitternacht. Wir waren der festen Überzeugung, das lässt sich nicht mehr toppen, als pünktlich zum Glockenschlag gepaart mit dem Klang nordnorwegischer Nebelhörner all der Schiffe am Hafen ein besonderes Licht unsere unsere Aufmerksamkeit erregte. Neben all den anderen kleinen Feuerwerken tat sich ein größeres an der Küste hervor, wir dachten uns zunächst nichts dabei doch immer mehr wurde klar: Da ist ein Profi am Werk! Spätestens als dann Herzen und Smileys den Himmel garnierten waren wir uns sicher. Und was für ein Feuerwerk der abbrannte! Sicherlich 10-15 Minuten erstrahlte die Stadt in buntesten Farben und stellte dabei das alljährliche Duftfeuerwerk in Regensburg um den Faktor 3-5 in den Schatten, so was haben wir noch nicht gesehen. 20 Minuten nach Mitternacht beruhigte sich alles allmählich wieder, die auf 2-3 Haushalte, die gefühlt seit 5 Stunden durchschossen – es ist mir ein echtes Rätsel, wie man sich um alles in der Welt man so viele Batterien leisten kann. Ihr bekommt einfach ein paar (viele) Impressionen geliefert:

Also ist es nun 2016. Wir begannen das Jahr mit einigen netten Telefonaten, die sich länger hinzogen als gedacht, aber allesamt sehr unterhaltsam waren. An der Stelle seien all diese Leute nochmal besonders gegrüßt! Des Weiteren ging es nach Hause, wo wir noch ein wenig räumten und dann ins Bett gingen.

Nun ist es schon fast 12 Uhr – in zehn Minuten weckt Jonas die anderen und bald beginnt unsere Tour de Nord!

Ich hoffe, ihr seit alle ohne Hals und Beinbruch ins neue Jahr gerutscht – habt eine schöne Zeit!

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